Flensburger Hofkultur : Ausflug nach Afrika und in die Karibik

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Kooperation von Flensburger Schifffahrtsmuseum und Flensburger Hofkultur lockte hunderte Besucher an

shz.de von
13. August 2018, 06:36 Uhr

Afrikanische Trommeln und mitreißender Gesang. Bunte Kleidung und geflochtene Haare. Der Geruch von karibischen und afrikanischen Speisen und Getränken liegt in der Luft: Rum, Couscous, Ananas, Bananenbrot. Es wird ausgelassen getanzt – und das trotz Regens.

Zum dritten Mal fand am Sonnabend das Afro-Karibische Hoffest statt. Die Kooperation des Flensburger Schifffahrtsmuseum und der Flensburger Hofkultur lockte rund 600 Besucher in den Innenhof des Museums. Neben den zahlreichen musikalischen und kulinarischen Angeboten gab es Führungen, Vorträge und eine Modenschau. Außerdem einen Trommel-Workshop für Kinder.

Die Trommeln waren jedoch nicht nur bei den Kleinsten beliebt: Beim Konzert der Gruppe „Bouba & Friends“ – bestehend aus fünf afrikanischen Männern und einem Deutschen – ließen sich die Zuschauer von der taktvollen Trommelmusik mitreißen. Als zusätzlich der gebürtige Senegalese Bacar Gadji die Bühne betrat, gab es kein Halten mehr. Zusammen mit den Zuschauern tanzte der Lübecker zur Trommelmusik und sorgte für ausgelassene Stimmung auf und vor der Bühne.

„Wir wollen mit dem Fest auch das fröhliche Bild Afrikas vermitteln“, erklärt Museumsleiterin Susanne Grigull. Den Besuchern solle zudem die Verbindung Flensburgs zur Karibik vor Augen geführt werden. Dass das auch unterhaltsam möglich sei, zeige das Fest.

Schon länger habe es im Schifffahrtsmuseum immer mal wieder afrikanische Abende gegeben sowie den Rum-und Zuckermarkt – beides sei von den Besuchern gut angenommen worden, so Grigull. Zusammen mit Sylvie Kahns, Mitorganisatorin des Festes, entstand so nach und nach die Idee zum Afro-Karibischen Hoffest. Dieses feierte im Jahre 2014 erfolgreich seine Premiere und solle nun alle zwei Jahre im Sommer stattfinden. Einzig das Wetter hätte an diesem Tag besser sein können…

Papa Boye brachte am Abend seine (vier) Relatives mit, die unglaublich einfallsreich, manchmal gar jazzig Saiten, Tasten und Percussions bedienen. Nicht alle stammen wie er aus Ghana, aber verkörpern Calypso, Reggae und Afro-Beats, präsentieren ihre Musik wie aus einem Guss. Zu Klassikern wie „I Shot the Sheriff“ oder „Kingston town“ wiegen die Flensburger mindestens mit, auch die auf den Sitzen direkt vor der Bühne des Schifffahrtsmuseums, manche singen sogar, und vielen tanzen am Rande. Papa Boye und seine Relatives drücken auch genrefremden Songs wie „Wonderful world“ ihren Stempel auf und erfreuen mit ihrer Musik zurecht seit 30 Jahren von Kiel aus.

Am Freitag bereits hatte das reine Damen-Quartett Ladama, unterstützt von einem Bassisten, für überbordende Stimmung gesorgt. Die Musikerinnen stammen Brasilien, Kolumbien, Venezuela und den Vereinigten Staaten. Sie zelebrierten auf faszinierende Weise die Musik aus ihrer jeweiligen Heimat. Besonders das virtuose Spiel von Mafer Bandola auf dem venezolanischen (Gitarren-ähnlichen) Instrument Bandola llanera riss das Publikum zu Beifallsstürmen hin. Die anfängliche Skepsis nach einem nur vierzigminütigen ersten Set war schnell verflogen. Zum Schluss tanzte der ganze Hof – niemanden hielt es auf den Stühlen. Mit Andres Kohla im Krusehof endete am Sonntag das musikalische Programm der Hofkultur. Das Finale bestreiten die Kinderhofkultur von Mittwoch bis Freitag im Marienkirchhof und die Kurzfilme im Hof des Akti (Norderstraße) am Freitag.

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