Schule für Strategische Aufklärung : Ausbildung für riskante Einsätze

Besuch aus Bonn:  Die Flensburger Kommando-Spitze mit Oberst Nolte (li.) und Oberst Schröder (re.) hatte Brigadegeneral Jürgen Setzer (Mitte) zu Gast. Foto: Michael Staudt
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Besuch aus Bonn: Die Flensburger Kommando-Spitze mit Oberst Nolte (li.) und Oberst Schröder (re.) hatte Brigadegeneral Jürgen Setzer (Mitte) zu Gast. Foto: Michael Staudt

Appell und Empfang zum zehnjährigen Bestehen der Schule für Strategische Aufklärung - Zahl der Lehrgangsteilnehmer verdoppelt sich.

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07. Juni 2013, 07:26 Uhr

Flensburg | Oberst Bernd-Georg Nolte dürfte sich gestern verschiedentlich beglückwünscht haben, dass er die Feier des zehnjährigen Bestehens des Flensburger Wortmonsters vom 15. Januar auf den 6. Juni verschoben hatte. Die SchStrAufklBW verlebte gestern einen prächtigen Jubiläumstag. Feinstes Wetter und nach dem feierlichen Appell im offiziellen Teil einen ganz entspannten Sommerfest-Nachmittag bei Grillwurst und Bier. Da kann man nicht meckern.

So harmonisch wie gestern war es zehn Jahre zuvor nicht gewesen. Das war den Reden zu entnehmen, die Nolte als örtlicher Kommandeur und Brigadegeneral Jürgen Setzer, Kommandeur des in Gelsdorf bei Bonn stationierten Kommando Strategische Aufklärung, an die zahlreichen Gäste der schleswig-holsteinischen Militäreinrichtungen, Politik und Wirtschaft richteten. Die Ausbildung der Aufklärungsspezialisten aller Teilstreitkräfte - also von Heer, Luftwaffe und Marine unter einem gemeinsamen Dach - war anfänglich von traditionell bedingten Rivalitäten begleitet. Zusammenwirken bedeute immer auch ein wenig von der eigenen Bedeutung abzugeben, sagte Setzer, der im übrigen aber ebenso deutlich machte, dass in den zurückliegenden zehn Jahren in Flensburg eine Einrichtung gewachsen ist, die unter dem Schuldach ein einzigartiges Wir-Gefühl geschaffen habe. In Flensburg-Mürwik werden die Männer und Frauen ausgebildet, die an den militärischen Brennpunkten bei den riskanten Auslandseinsätzen der Bundeswehr alles im Blick behalten müssen.

Bei der Indienststellung im Januar 2003 entwickelten 200 Pioniere diesen "Nucleus" der elektronischen Kampfführung - auf der Basis eines vierseitigen Befehls, wie Bernd-Georg Nolte betonte. Heute durchlaufen jährlich bis zu 3000 Lehrgangsteilnehmer die Schule für die "Königsdisziplin" Aufklärung. Und das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Ab nächstem Jahr, so der Schulkommandeur, sei diese Königsdisziplin fester Bestandteil der Grundausbildung - bis 2015 werde die Zahl der Lehrgangsteilnehmer auf 6500 ansteigen und sich daher mehr als verdoppeln. "Das ist unsere Herausforderung für die Zukunft, so Nolte."

Diese Zahl sei freilich nicht allein der Gradmesser für die Bedeutung der Schule, verdeutlichte Jürgen Setzer. Ihre wesentliche Bedeutung entfalte die Schule Strategische Aufklärung Tag für Tag im Einsatz. Die Zusammenführung von elektronischer Kampfführung, Nachrichtenmanagement und -Sicherheit sei einerseits das solide Fundament für die Zukunft der Schule, an den Brennpunkten aber in der praktischen Anwendung durch schnelle und genaue Nachrichtenbeschaffung und -auswertung ein wichtiges Instrument, um Leib und Leben der Kameraden im Einsatz zu schützen.

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