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Flensburger Tageblatt

24. Oktober 2017 | 06:46 Uhr

Dorfgeschichte : Aus Jans Dorf wurde Janneby

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Autoren der neuen Chronik finden heraus: Geestgemeinde wurde erstmals 1462 im Zinsbuch des Gottorfer Bischofs erwähnt.

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2013 | 17:43 Uhr

Seit 1995 tragen Carsten Hermann Timmsen (79) und Hans Jürgen Feddersen (74) alles, was die Gemeinde Janneby betrifft, zusammen. Sie forschten im Landesarchiv in Schleswig, stöberten im Grundbuchamt in Flensburg und lasen in Kirchenbüchern. Später kam Christa Thordsen (74) als Dritte ins Team, sie sortierte und bearbeitete Daten und Texte. Nun liegt die Chronik „Die Gemeinde Janneby 1462 – 2012“ vor. In einer kleinen Feierstunde präsentierte Bürgermeisterin Ute Richter das Buch über das Dorf der Öffentlichkeit.

Im ersten Teil ist die Entwicklung der insgesamt 1492 Hektar großen Geestgemeinde mit den Ortsteilen Süderzollhaus, Gravelund und Janneby aufgezeichnet. Erstmalig erwähnt wurde Janneby – im Laufe der Zeit gab es zahlreiche Namensvarianten – 1462 im Zinsbuch des Bischofs von Gottorf, das haben die Chronikschreiber herausgefunden. Demnach war der Gründer des Dorfes ein schwedischer oder friesischer „Wikinger“ mit Namen Jan, der christlichen Form des Namens Johannes. Das by zum Janby (auch Janbu, Janebu, Ianebu und weitere) ist die dänische Bezeichnung für Stadt oder Dorf. Die Recherche war mühsam, waren doch zahlreiche Aufzeichnungen in dänischer Sprache oder in alter deutscher Schrift verfasst.

Auch im zweiten Buchteil steckt viel Arbeit. Gab es zu Aufzeichnungsbeginn lediglich sechs Betriebe in diesem Bereich der Geest, so gibt es heute 150 Häuser mit zirka 420 Einwohnern. „Ursprünglich wurden die Grundstücke vom dänischen König oder der Kirche gefestet (gepachtet) und dann von der Allgemeinheit bewirtschaftet“, erklärte Christa Thordsen. Da habe es wenig Anreiz gegeben, den Grund und Boden, meist Heide und Moor, besonders gut zu bearbeiten. „Im nächsten Jahr bekam dieses Grundstück ja jemand anderes“, so Thordsen. 1806 wurde das Land den einzelnen Festebauern auf Dauer zugewiesen. Im Laufe der Jahre wurde das Land frei handelbar und es wurden weitere Höfe in der Feldmark gebaut. Nach dem Tod eines Bauern wurde das Land zwischen den Erben aufgeteilt, die Zahl der Grundstücke nahm immer weiter zu.

„Heute ist ein besonderer Tag für Janneby, insbesondere für Carsten Hermann Timmsen, Hans Jürgen Feddersen und Christa Thordsen“, sagte Bürgermeisterin Ute Richter bei der Feierstunde. Als Besonderheit wurden in der Chronik alle Bürger mit ihrem Geburtsjahr erfasst – alle hätten einer Veröffentlichung zugestimmt, betonen die Chronikschreiber.

Zu der Feierstunde war unter anderem auch Ehrenbürgermeister Karl Heinz Matthiesen eingeladen worden. Während seiner schon zehn Jahre zurückliegenden Amtszeit von 1986 bis 2003 hatte es immer wieder Gespräche über das Erstellen einer Chronik und Anstöße zu deren Fortschreibung gegeben. „Die Haushaltsmittel sind immer fortgeschrieben worden“, stellte Ute Richter fest. Nachdem sie nun das erste Exemplar vorab habe lesen dürfen, habe sie das Buch nicht mehr aus der Hand legen mögen. Ein großer Dank ging auch an Eckhard Lange aus Schaalby für den „fantastischen Satz und die Gestaltung“ sowie die fachmännische Verwirklichung. 250 Exemplare des 296 Seiten umfassenden Buches sind von der Gemeinde vorfinanziert und gedruckt. Kosten pro Stück: 22 Euro. Zu beziehen ist die Chronik „Die Gemeinde Janneby 1462 – 2012“ bei den Autoren sowie der Bürgermeisterin Ute Richter in der Dorfstraße 16 in Janneby.

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