Sanierung Flensburger Schulen : Auge in Auge mit dem 13. Stock

Ortstermin in der Schwebe: Allein das Gerüst zur Durchführung der Dachsanierung kostet 80  000 Euro.
Ortstermin in der Schwebe: Allein das Gerüst zur Durchführung der Dachsanierung kostet 80 000 Euro.

Stadt investiert 5,9 Millionen Euro in Instandhaltung von Schulgebäuden, darunter in neues Dach der Willy-Weber-Schule

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17. August 2018, 14:32 Uhr

Der Aufstieg ist nicht ohne: Die metallenen Leitern quietschen hier, wackeln da, durch Lücken zwischen den Gerüststangen passt durchaus ein Mensch. Doch die Aussicht belohnt die Kletterei: Ungefähr auf Höhe des 13. Stocks des Rathauses bietet sich hier auf dem Dach von Haus II der Goethe-Schule ein herrlicher Panaroma-Blick auf das grüne Flensburg.

Das Haus II des Gymnasiums ist die ehemalige Willy-Weber-Schule von 1907 und bekommt gerade ein neues Dach. Diese Sanierung im Wert von bis zu einer halben Million Euro ist Teil eines umfangreichen Pakets von Instandhaltungsmaßnahmen in den Ferien. Bürgermeister Henning Brüggemann beziffert es für dieses Jahr mit 5,9 Millionen Euro. Vor fünf Jahren waren es 3,3 Millionen Euro. Es herrsche ein „Riesenbedarf“, das Geld werde bewusst in Schulgebäude und Kitas investiert, sagt der Kämmerer Brüggemann, „denn wir können den Sanierungsstau nicht verantworten.“ An der Willy-Weber-Schule lasse sich exemplarisch zeigen, „welche Herausforderungen wir haben“, erklärt Brüggemann und hebt zum Beispiel auf den Denkmalschutz ab.

Diese Sensibilität greife auch, wenn es um den Schulbetrieb geht. Sowohl die Bau- als auch die Sicherheitsmaßnahmen seien mit der Schulleitung abgestimmt, schließlich gehen die Ferien zu Ende. Rund 850 neue Fünftklässler starten dann am Dienstag in Flensburg ins neue Schuljahr, 114 sind für die Goethe-Schule angemeldet und werden wohl noch bis zum Herbst in einem eingerüsteten Willy-Weber-Gebäude zur Schule gehen.

Nicht alle Maßnahmen kommen in den Ferien zum Abschluss, sagt Jochen Petersen vom Immobilienmanagement, Abteilung Instandhaltung, der von insgesamt „irre vielen“ Maßnahmen spricht.

Bei der Auguste-Viktoria-Schule werde sich die Sanierung der Toiletten in Gebäude A bis in den Herbst ziehen. „Die Geschossdecke muss ersetzt werden.“ Weil die übrigen WCs nicht ausreichen, werden vorübergehend mobile Toiletten auf dem Schulhof stehen. Auch die Sanierung der Dächer der Sporthallen an der KTS und der Duschen in der Sporthalle des Fördegymnasiums ist noch nicht abgeschlossen. Hingegen wurden Klassenräume an fünf Schulen renoviert und die Beleuchtungssanierung samt Akustikdeckeneinbau an zwei Schulen und der Kita Weiche zum Schulanfang vollendet.

Bei der Goethe II habe man die Dachsanierung auf der Schulhofseite begonnen, um den Schulbetrieb später nicht zu stören. Beim Dach und den Fenstern soll der Urzustand erhalten bleiben. Tonziegel wie vor über 100 Jahren werden verbaut. Und weil das Gerüst – Kosten: 80 000 Euro – schon mal steht, sagt Petersen, werden auch gleich Zinnen und Frontspieße erneuert. Begeistert berichtet er von neuen Rauchabzügen, die als Fenster in Form von Bullaugen jeden Denkmalschützer erfreuen würden.

Und Petersen. Der liebt seinen Job, sogar die Überraschungen. Eine schöne: Die mit Steinen statt Bauschutt verfüllten und sogar verfugten Zwischenräume unterm Holzdielenfußboden in der Goethe II. Mit Blick auf den Reparaturbedarf des erhaltenswerten Terracotta-Bodens im Treppenhaus sagt Petersen, es gebe in Deutschland nur noch einen Handwerker, der das kann.

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