zur Navigation springen

Stadtdialog Flensburg : Aufwertung der alten Wohnviertel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Rathaus lädt Hauseigentümer morgen zum Gespräch: Wie kann ich meine Immobilie und damit den Stadtteil erhalten?

Bei der Schaffung neuen Wohnraums wird die Aufwertung traditioneller Wohnquartiere immer wichtiger. Zwar soll im Südosten der Stadt in den kommenden Jahren noch eine größere Fläche mit Einfamilienhäusern bebaut werden. Doch die Stadtplaner verschieben schon seit Jahren ihren Fokus immer mehr Richtung Innenstadt und Richtung Geschosswohnungsbau. Jetzt laden sie die Eigentümer älterer Häuser zum Stadtdialog ein. Thema: „Wertsicherung innerstädtischer Immobilien – Quartierssicherung mit privaten Eigentümern“.

Die Attraktivität eines Stadtviertels steht und fällt mit dem Zustand der Wohnungen – und umgekehrt. Ein Wohnviertel ist nur so gut wie seine Wohnungen. Bei der Entwicklung dieser Gebiete ist die Stadt deshalb darauf angewiesen, dass die Vermieter mitziehen. Umgekehrt profitieren diese von der generellen Aufwertung eines Viertels, weil es dann für größere Bevölkerungsgruppen attraktiv wird und man auch eher eine angemessene Miete erwirtschaften kann.

Flensburg hat einen eher hohen Anteil an Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Er liegt bei rund 75 Prozent; nur etwa jede vierte Wohnung liegt in Ein- und Zweifamilienhäusern. Im Umland liegt dieser Anteil bei 70 Prozent im ersten und sogar 85 Prozent im zweiten Siedlungsring. Seit Beginn der Stadtsanierung in den 70er Jahren ist viel geschehen, wurden in den Sanierungsgebieten etliche Wohnungen saniert und damit aufgewertet. Doch noch immer gibt es ein großes Potenzial an Wohnungen, die nicht heutigem Standard entsprechen und dringend modernisiert werden müssen. Sie liegen überwiegend, aber nicht nur in den inneren Stadtteilen: nördliche und östliche Altstadt, Neustadt, Nordstadt, Friesischer Berg, Südstadt, Sandberg, Jürgensby.

Mit dem Stadtdialog, der am Mittwoch, 24. September, 17 Uhr, in der Bürgerhalle des Rathauses beginnt, spricht die Stadt gezielt die privaten Hauseigentümer an, die selbst entweder hier zu Hause sind oder eine Verbundenheit mit der Stadt und ihrem Viertel haben. Die Federführung bei dem Projekt und beim Stadtdialog hat Frank Rolfes, der im Fachbereich Entwicklung und Innovation für das Thema Urbanes Wohnen zuständig ist.

Rolfes hat zwei Experten eingeladen, die den Immobilienbesitzern mit ihrem Fachwissen zur Verfügung stehen. Sönke Bergemann, Geschäftsführer von Haus und Grund Kiel, berichtet über die gelungene Kooperation privater Eigentümer im Kieler Stadtteil Gaarden zur Wertsicherung privater Immobilien. Für die Investitionsbank Schleswig-Holstein ist Olaf Kühl am Start, der über die aktuellen Förderungsmöglichkeiten für private Vermieter berichtet.

Es geht um Fragen der Modernisierung und der Sanierung, um Vermierung, Verkauf und Umbau von Wohnungen. Es geht um die Frage, ob sich die Investition in eine ältere Immobilie überhaupt lohnt. Es geht um den Austausch zwischen Immobilienbesitzern; womöglich ziehen am Ende mehrere am gleichen Strang, um nicht nur das eigene Haus, sondern damit auch den gemeinsamen Stadtteil aufzuwerten.

„Objekterneuerung und Berücksichtigung der Quartiersentwicklung ist nach unserer Überzeugung der einzig richtige Lösungsansatz, um eine mittelständische Wohnungswirtschaft zu erhalten und Stadtteile zukunftsfähig zu machen“, so das Credo von Peter Schroeders, Leiter des Fachbereichs Entwicklung und Innovation im Rathaus. „Die Quartierssanierung muss die historische Bausubstanz berücksichtigen und ihre prägende Wirkung verstärken.“

zur Startseite

von
erstellt am 23.Sep.2014 | 09:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen