Harrislee : Aufgeladene Diskussion über Wohnungsbau und Abholzung

Hochbetrieb:  Das Gewerbegebiet an der Ausfahrt Flensburg/Harrislee ist fast ausverkauft.
Hochbetrieb: Das Gewerbegebiet an der Ausfahrt Flensburg/Harrislee ist fast ausverkauft.

90 Interessierte bei der Einwohnerversammlung am Donnerstag im Harrisleer Bürgerhaus

shz.de von
28. April 2018, 06:22 Uhr

Rund 90 Harrisleer konnte Bürgervorsteher Karl H. Rathje anlässlich der Einwohnerversammlung am Donnerstag im Harrisleer Bürgerhaus begrüßen. Kommunalpolitik und Verwaltung nahmen den Termin kurz vor der Wahl zum Anlass, über die Arbeit der kommunalpolitischen Gremien zu berichten.

Nachdem Rathje als ihr Vorsitzender über die Gemeindevertretung mit ihrer traditionellen Drittelung der Kräfte zwischen SPD, CDU und SSW referierte, stellten die jeweiligen Vorsitzenden die Ausschüsse vor, informierten über Besetzung, Anzahl der Sitzungen und Themen: Frank Thomasky (SPD) sprach über den Hauptausschuss, Heinz Petersen (SSW) den Bauausschuss, Peter Kreutzer (SSW) den Finanzausschuss, Hans-Jürgen Thiesen (CDU) den Ausschuss für Bildung, Sport und Soziales, Günter Arlt (SPD) den Umweltausschuss. Etwas Wehmut lag in der Luft, denn außer Rathje möchten Thomasky, Kreutzer und Thiesen nach der Wahl nicht mehr dabei sein.

In seinem Verwaltungsbericht überbrachte Bürgermeister Martin Ellermann eine brandneue, gute Nachricht: Jeweils 300 Meter im Umkreis der Harrisleer Kindergärten und Schulen gilt demnächst Tempo 30.

Teils erregt ging es in der öffentlichen Fragestunde zu. Besonders die geplante Bebauung am ABC-Weg mit dreistöckigen Wohnungen für den sozialen Wohnungsbau war emotional aufgeladenes Thema. Erst durch das Kreischen der Motorsägen habe ein geschockter Harrisleer erfahren, dass dort gebaut werden soll: „Das war die Lunge.“ Auch wenn sich manche nicht gut informiert fühlten, das Verfahren sei transparent und rechtssicher abgelaufen, sei etwa im Gemeindeblatt einzulesen gewesen, entgegnete Ellermann. Überall verlange man bezahlbaren Wohnraum, ergänzte Heinz Petersen. „Man darf bei der vielen Bauerei nicht vergessen, dass wir auch unser Grün, unsere Erholungsecken brauchen“, mahnte eine Einwohnerin.

Moniert wurde auch der Verkehr schwerer Zugmaschinen und die Fülle durch den Grenzhandelsverkehr: Ob man den nicht aus dem Ort herausnehmen könne. Ellermann betonte, dass die Kaufkraft für weitere große Ansiedlungen nicht ausreiche: „Das Zentrum Harrislees muss lebendig bewahrt werden.“

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