Urlaub in Dänemark : Auf Röm gilt Badeverbot für Hunde

Der dänische Freilichtrat nimmt an Stränden mit blauer Flagge Kontrollbesuche vor. Hunde dürfen dort nicht mehr ins Wasser.
Der dänische Freilichtrat nimmt an Stränden mit blauer Flagge Kontrollbesuche vor. Hunde dürfen dort nicht mehr ins Wasser.

Hunde in Dänemark - ein Aufregerthema für Urlauber. Der Touristikchefin von Tondern bleibt nur noch Sarkasmus.

shz.de von
13. Juni 2014, 10:25 Uhr

Röm | Die Urlauber, die nach Röm kommen, lieben die Natur, die Ruhe und die langen Märsche entlang der Sandstrände. Viele dieser Feriengäste bringen auch ihre Hunde mit. Schließlich gibt es auf der beliebten Nordseeinsel unter anderem auch drei Wälder, in denen die Vierbeiner ohne Leine frei herumlaufen können. Doch für die Hunde und ihre Besitzer wird der Sommerurlaub nicht mehr der sein, der er einmal war.

Mit dem Hissen der blauen Flagge am Strand von Lakolk und am Süderstrand als Gütesiegel dafür, dass es an diesen Stränden unter anderem eine gute Wasserqualität gibt, ist für die Vierbeiner jetzt Schluss damit, sich an warmen Tagen mit ihrem Frauchen oder Herrchen in die Fluten zu werfen.

Eine Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation WHO hat gezeigt, dass eine Verschmutzungsgefährdung durch Kolibakterien an den Stränden höher ist, an denen Hunde ins Wasser gehen. Daher folgt mit der diesjährigen blauen Flagge auch das Badeverbot für Hunde während der Hochsaison. Ab sofort dürfen sie vom 15. Mai bis zum 15. September nicht ins Wasser.

Für dieses neue Verbot hat die Touristikchefin der Kommune Tondern, Bodil Glistrup Thomsen, nur ein sarkastisches Lächeln übrig: „Und wer soll das kontrollieren? Wenn das so sein muss, dann müssen wir ja Schwimmbecken in unseren drei eingezäunten Hundewäldern auf der Insel bauen.“ Ein wenig tröstet sie die Tatsache, dass das Badeverbot an allen europäischen Stränden mit blauer Flagge gilt. Dänemark hat sogar die Sonderregelung durchsetzen können, wonach Hunde trotz des blauen Gütesiegels zumindest an den Strand dürfen, wenn auch angeleint.

Dass das Badeverbot für Hunde Urlauber dazu bringen könnte, Röm den Rücken zu kehren, sei schon zu spüren, und Glistrup Thomsen sagt: „Wir wissen, dass 50 Prozent unserer Feriengäste mit Hund anreisen, da auf der Insel ausgedehnte Spaziergänge ohne Leine unternommen werden können. Diese Zahl gilt für die Zeit außerhalb der Saison.“ Vom 1. April bis zum 1. Oktober müssten alle Hunde am Strand an der Leine geführt werden, „dass sie aber nicht mehr im Sommer baden dürfen, halte ich für verrückt. Dann dürften auch keine Reiter mehr entlang der Strände reiten. Und von einem Baby, das ohne Badehose oder Windeln badet, oder Menschen mit einer Magenverstimmung oder Feriengästen, die es mit der Hygiene nach einem Toilettenbesuch nicht so genau nehmen, könnte auch so manche Kolibakterie im Wasser landen“, so die Hundeliebhaberin und Touristikfrau.

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