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Flensburger Tageblatt

18. August 2017 | 23:06 Uhr

Schlepper "Flensburg" : Auf Matjes-Tour

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Museumsschiff „Flensburg“ besucht am Wochenende seinen Heimathafen Glückstadt.

Ein Blick auf die Wetterkarte beschleunigte die Entwicklung. Eigentlich wollte die Crew der „Flensburg“ sich erst später am Mittwoch auf den Weg zu den 50. Glückstädter Matjes-Wochen machen. Aber sieben Windstärken aus Südwest – das ist auf der Ostsee keine Vergnügungsreise. Und deshalb begann die Crew des Museumsschleppers ihre Matjes-Tour spontan schon Dienstagnacht. Übers Wochenende macht die „Flensburg“ mit ständigem Liegeplatz in Flensburg in ihrem Heimathafen Glückstadt fest.

Heimathafen Glückstadt? Das klingt kompliziert, ist aber Resultat einer aus Sicht der Fördestadt glücklichen Entwicklung. Der Schlepper war für viele Jahre sowohl auf der Elbe als auch auf der Förde Teil des maritimen Fuhrparks. 1973 kaufte die Flensburger Schiffbau Gesellschaft den Schlepper von der Hamburger Reederei Bugsier und taufte ihn in „Flensburg“ um. 1992 trat das Schiff beim Wasser- und Schifffahrtsamt Glückstadt seinen Dienst an, wo es im Jahr 2000 ausgemustert wurde. Bis 2014 kümmerte sich danach ein Freundeskreis um den Glückstädter Alfred Mantwitz um die „Flensburg“. Weil der Rentner-Crew der Pflegeaufwand aber zu viel wurde, gab er den urigen Schlepper nach Flensburg zurück – in die Hände des Historischen Hafens, der bekanntlich auch eine Abteilung für historische Motorfahrzeuge unterhält. Die Fahrt nach Glückstadt ist für die Mannschaft um den Flensburger Hafenkapitän Frank Petry daher auch so eine Art Verneigung in Dankbarkeit. „Alfred Mankwitz wollte immer wieder noch mal mit seinem alten Schiff fahren, das hat aber leider nicht mehr geklappt,“ sagt Petry. „Alfred ist vergangenen Herbst verstorben. Irgendwie ist unsere Reise auch so eine Art letzter Gruß an ihn.“

Die Flensburger hoffen, dass die Gastgeber der Matjes-Wochen ihr Schiff präsentabel finden werden. Für einen Klönschnack an Bord während des „Open Ship“ am Sonnabend haben die Gäste jedenfalls feinsten Gesprächsstoff in Form einiger Fässchen original „Flens“ eingepackt. Dabei lässt es sich immer am Besten fachsimpeln.

Am Sonntag wird sich die „Flensburg“ mit Heimathafen Glückstadt wieder auf den Weg zu ihrem ständigen Liegeplatz im Historischen Hafen Flensburg begeben. Und diese stets verwirrende Verbindung der Städtenamen wird für lange Zeit so bleiben. „Wir haben Alfred versprochen, dass als Heimathafen immer Glückstadt am Heck stehen wird“, sagt Petry. „Und so lange ich hier bin, wird sich das auch nicht ändern.“

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erstellt am 10.Jun.2017 | 18:50 Uhr

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