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Flensburg hilft weiter : Auf der Suche nach einer neuen Perspektive

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eine syrische Flüchtlingsfamilie versucht, sich in Flensburg eine neue Heimat aufzubauen.

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2015 | 11:00 Uhr

Flensburg | Es ist die erste große gemeinsame Spendenaktion für in Not geratene Menschen aus Flensburg und Umgebung sowie für Flüchtlinge in unserer Stadt. In einer kleinen Serie stellt das Tageblatt abwechselnd Hilfsbeispiele des „Bürgerfonds – Flensburg hilft“ von Diakonie, Stadt und Tageblatt sowie von der Flüchtlingshilfe Flensburg vor. Jeder, der Menschen in Not unterstützen möchte, kann so entscheiden, wo er helfen möchte.

Sein Heimatland zu verlassen und sich als geflüchteter Mensch in eine neue Gesellschaft zu integrieren, ist schwer. Ali Kalil weiß das. Der Syrer lebt zusammen mit seiner Familie seit einigen Monaten in einer eigenen Wohnung in Flensburg. Der Weg bis hin zum heutigen Stand aber war ein beschwerlicher. Begonnen hatte alles im März 2014. Die Auseinandersetzungen in Ali Kalils Heimatland Syrien hatten nun auch das kleine Örtchen im Nordwesten des Landes erreicht, in dem er sich mühsam eine eigene Existenz mit Haus und kleinem Laden aufgebaut hatte. Die Familie musste fliehen und fand nach einer mehrtägigen Reise Unterschlupf bei Bekannten in der Türkei. Von dort machte sich Ali Kalil alleine auf den Weg Richtung Deutschland. „Ich bin mit dem Zug, zu Fuß und auf der Ladefläche eines Lasters gereist“, berichtet Kalil mit Hilfe eines Dolmetschers. Schließlich erreichte er Österreich. Schlepper brachten ihn für eine vierstellige Summe mit einem Taxi von Wien über die Grenze nach Bonn. Der letzte Abschnitt seiner Reise führte den syrischen Familienvater über Neumünster, dort wurde er registriert und erhielt einen Aufenthaltstitel, nach Flensburg, wo er knapp zwei Monate nach Antritt seiner Reise eintraf. Ständigen Kontakt mit seiner Familie, die sich weiterhin in dem Unterschlupf in der Türkei befand, hielt Kalil über Facebook.

Mit menschlicher und finanzieller Unterstützung der Flensburger Flüchtlingshilfe, gelang dann im Juni dieses Jahres die Zusammenführung der Familie in Flensburg. Lediglich die älteste Tochter blieb in der Türkei zurück und konnte erst vor einigen Wochen Richtung Neumünster aufbrechen. Zurzeit befindet sie sich in einer Erstaufnahmeeinrichtung in Kellinghusen.

In Flensburg fühlt sich Ali Kalil mit seiner Familie wohl. Nur die sanierungsbedürftige Wohnung macht Probleme. So fällt die Heizung immer wieder aus und der Putz löst sich von den Wänden. Für eine neue Bleibe fehlt aber schlichtweg das Geld.

„Wir möchten uns so gut es geht integrieren. Meine Kinder gehen in die Schule und in den Kindergarten. Außerdem besuchen meine Frau und ich seit kurzer Zeit einen Deutsch-Kurs an der Volkshochschule“, sagt Kalil, der sich für die Zukunft wünscht, eine Arbeit zu finden, damit er seiner Familie ein gutes Leben in der neuen Heimat bieten kann. Und er hofft, die älteste Tochter schnell wieder in die Arme schließen zu können.


Bürgerfonds – Flensburg hilft: Diakonisches Werk des Kirchenkreises, Konto bei der Nospa

IBAN: DE 35 2175 0000 0017 0680 02

Flüchtlingshilfe Flensburg e.V.

IBAN: DE36 2175 0000 0164 7341 88
BIC: NOLADE21NOS (Nospa)


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