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Messe für Berufe : Auf der Suche nach dem Traumjob

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Den Fachkräftemangel im Blick: Unternehmen und Institutionen präsentieren sich Schülern bei der Nordjob-Messe in der Flens-Arena.

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2016 | 11:00 Uhr

Bereits zum 16. Mal informiert die Messe Nordjob Schüler der Region über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten. Insgesamt 5000 Schüler wurden gestern und heute (bis zum frühen Nachmittag) an den rund 120 Ständen von Unternehmen, Institutionen und Hochschulen erwartet. Ein Beispiel: 650 Gesprächstermine hat allein der Arbeitgeber Bundeswehr vereinbart, und Karriereberaterin Tanja Mollnau rechnete gestern noch mit 400 zusätzlichen Beratungen. Für die Bundeswehr sei die Nordjob-Messe ein wichtiger Termin, da in den Wochen danach viele Interessenten ihre Bewerbung abgeben oder sich weiter informieren würden.

Mit 120 Ausstellern, darunter 15 aus Dänemark, ist die Messe in der Flens-Arena nicht nur größer als in den 15 Jahren zuvor. In diesem Jahr findet zum ersten Mal die „Nordjob plus“ statt, die sich speziell an Immigranten und Flüchtlinge wendet. 26 Aussteller haben sich mit ihren Angeboten und auch sprachlich auf diese Personengruppe besonders vorbereitet. Es werden um die 200 Teilnehmer erwartet.

Fabian Geyer vom Arbeitgeberverband Flensburg-Schleswig-Eckernförde berichtete, dass die duale Ausbildung im Vergleich zum direkten Sprung von der Schule an die Uni wieder mehr Bedeutung gewinne. Das bestätigte auch Ausbildungsexperte Michael Schack von der Industrie- und Handelskammer: Dieses Jahr habe die IHK zum ersten Mal mehr Ausbildungsverträge mit Abiturienten abgeschlossen als mit Schülern, die einen Mittleren Bildungsabschluss haben. Auch werde die Messe für die Unternehmen immer wichtiger, da die Schulabgänger-Jahrgänge immer kleiner würden. „Die Unternehmen sind bereits jetzt gezwungen, passenden Nachwuchs für sich zu finden, um dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken“, erklärte Hans-Martin Rump von der Agentur für Arbeit. Dieser werde in vier bis fünf Jahren verstärkt zu merken sein. Und Schack ergänzte: „Dann werden Personen, die wichtige Schlüsselfunktionen innehaben, in Rente gehen.“ Und die Nachfolger hätten wohl keinen Bachelor.

„Für uns ist die Firmenpräsenz das Wichtigste“, sagte Yvonne Herrel-Ruch von der Lecker Buchdruckerei Clausen & Bosse. Ihrer Ansicht nach geht es bei der Teilnahme an der Messe nicht in erster Linie darum neue Bewerber zu finden, sondern um sich den Schülern vorzustellen. Sie beobachtet, dass die Schüler mehr Eigeninteresse mitbringen und die Messe nicht als reine Pflichtveranstaltung betrachten. Auch in Gesprächern mit den Schülern zeigte sich das Interesse. „Die Messe ist gut vor allem, wenn man nicht weiß, was man werden möchte“, findet Gina Maria Volger (15).

Die Vertreter der Unternehmen und Verbände waren sich einig, dass eine frühere und umfassendere Berufsorientierung in den Schulen notwendig sei. Dies benötige mehr Ressourcen oder sie müssten besser aufeinander abgestimmt werden.Die Qualität der Berufsorientierung in der Schule dürfe nicht nur vom Engagement der Lehrer abhängen. Auch sehen sie die Eltern mit in der Verantwortung, ihren Kindern bei der Berufswahl zu helfen. Aus diesem Grund fand am Montag eigens ein Elternabend statt, um diese selbst zu informieren und ihnen Tipps zu geben, wie sie ihre Kindern unterstützen könnten. Angesichts der bescheidenen Resonanz von zehn Eltern hofft Martina Ulrich vom Institut für Talententwicklung (IfT) dass dieser in Zukunft besser besucht werde.



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