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Flensburger Tageblatt

20. Oktober 2017 | 20:22 Uhr

Landestheater : Auf der Bühne mit den Profis

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Anlässlich der geplanten Mahler-Sinfonie gründet das Landestheater den Schleswig-Holsteinischen Konzertchor und lädt zum Kennenlernen ein.

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2015 | 13:30 Uhr

Flensburg | Das Landestheater will mit seinem Publikum noch mehr auf Tuchfühlung gehen. Immer wieder, sagt Chordirektor Bernd Stepputtis, kreisten am Theater die Gedanken darum, wie man das bewerkstelligen könnte. Mit dem neuen Schleswig-Holsteinischen Konzertchor soll das gelingen und werde eine im Norden vernachlässigte Tradition wieder aufgenommen.

„Unsere Chorkonzerte laufen sehr gut“, sagt Stepputtis und erinnert an die Aufführungen des „War Requiem“ von Benjamin Britten unter Leitung von Peter Sommerer. Mit diesem Ansporn und im Wissen, dass da noch Kapazitäten sind, haben sich der Generalmusikdirektor und der Chordirektor für das sechste Sinfoniekonzert der Saison im Mai 2016 etwas Besonderes ausgedacht. Für das traditionell gemeinsame Konzert mit Sønderjyllands Symfoniorkester steht die zweite Sinfonie von Gustav Mahler auf dem Programm, die nach dem (Klopstock-)Text des fünften Satzes auch „Auferstehungssinfonie“ genannt wird. Zum zehnten Gedenktag der Anschläge des elften Septembers war es das einzige Werk, das die New Yorker Philharmoniker beim Gedenkkonzert aufführten.

Als „sehr anspruchsvoll, aber überschaubar“ beschreibt Bernd Stepputtis das, was den Sängern und Sängerinnen mit Mahler bevorsteht. Die Bandbreite sei so interessant, denn innerhalb kurzer Zeit schwinge sich das Werk zu etwas Triumphalen hoch. Die Sinfonie, die 1895 in Berlin uraufgeführt wurde, eigne sich ideal für das Pilotprojekt. Der Chordirektor spricht eine Einladung aus „an alle, die sich das vorstellen können“, an alle, die einmal mit „ihrem“ Opernchor, Orchester, Dirigenten, Extrachor zusammenarbeiten möchten. Und an alle, die älter als 16 Jahre sind. Eher als Kennenlernen (der Stimme) denn als Vorsingen möchte Stepputtis das erste Treffen mit ihm und den Bewerbern für den Chor bezeichnen. Notenkenntnis wäre hilfreich, doch singen dürfe ein jeder, was er möchte, von der Arie bis zum Volkslied. Danach werde er eine aufrichtige Einschätzung geben.

Genauso wie das „Kennenlernvorsingen“ finden auch die Proben unter Stepputtis’ Leitung an drei Standorten statt; die neuen Konzertchormitglieder können als Probenort zwischen Flensburg, Rendsburg oder Itzehoe wählen. Zu den Schlussproben werden alle Chöre in Flensburg zusammengeführt. Am Anfang, so kündigt Stepputtis an, der seit 2008 für die Einstudierung der Chöre des Landestheaters verantwortlich ist, werde er mit ganz viel Summen arbeiten. „Dann Teil eines großen Ganzen zu sein“ – das Gefühl kennt der erfahrene Chorleiter, Sänger und Organist aus eigener Erfahrung. Interessant sei, dass gerade Laien-Stimmen bei derartigen Projekten überaus hilfreich sind, weil sie in der Regel eher gerade und mit weniger Vibrato singen.

Die Stimmenzahl sei nach oben hin offen, sagt der Chordirektor, die Mahler-Sinfonie vertrage problemlos 120 oder auch 140 Stimmen. „Wirklich leise singen, kann man nur mit vielen.“

Wichtig ist dem Chordirektor, nicht den Eindruck zu erwecken, dass er den existierenden Chören in den Städten Sänger abspenstig mache. „Wir wollen da nicht wildern.“ Der Konzertchor ist ein Projekt, ein Angebot und fürs Theater die „ideale Form, sich zu öffnen“. Was der Konzertchor nicht sein soll: eine „Eintagsfliege“, betont der gebürtige Gelsenkirchener Stepputtis. Als nächstes Vorhaben für ein Sonderkonzert mit Konzertchor sei Beethovens neunte Sinfonie angedacht.

 

Vorsingen: Itzehoe – 19. Oktober (17 Uhr), Flensburg – 22. Oktober (17 Uhr), Rendsburg – 24. Oktober (16 Uhr). Interessenten können sich anmelden per Email: bernd.stepputtis@sh-landestheater.de oder shkc@web.de. Aufführungen: Gustav Mahler (1860-1911), Sinfonie Nr.2 c-Moll, „Auferstehungssinfonie“, am 12. Mai 2016 um 19.30 Uhr im Deutschen Haus in Flensburg und am 13. Mai 2016 um 20 Uhr im Alsion in Sonderburg.

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