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Schafflund : Auf den Spuren von Eisvögeln und Kaulquappen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

25 Interessierte haben das Stiftungsland am Schafflunder Mühlenstrom unter sachkundiger Führung erkundet.

Schafflund | Einmal im Jahr sind Naturfreunde eingeladen, das Stiftungsland am Schafflunder Mühlenstrom unter sachkundiger Führung zu erkunden. Diesmal konnte sich Edmund Link, ehemals Kreisnaturschutzbeauftragter und Gebietsbetreuer, über regen Zuspruch freuen. 25 Interessierte hatten sich am Brückentreffpunkt mit Schautafel eingefunden und erfuhren, wie vor über 20 Jahren das große Areal westlich von Schafflund bis nach Hörup mit der Stiftung Naturschutz unter dem damaligen Bürgermeister Hans-Reinhard Nicolaisen an die Natur zurückgegeben wurde.

Link ging voran und führte seine Gruppe zu lichtdurchfluteten Stellen am Mühlenstrom mit botanischen Besonderheiten. „Hier wächst der bei uns seltene Flutende Hahnenfuß – ich kenne nur noch diesen Standort“, sagte Link, als plötzlich ein Zuhörer rief: „Das war ein Eisvogel!“ Den blitzschnellen Prachtvogel hatten nur wenige wahrgenommen, aber der Beweis für sein Vorkommen in Schafflund war erbracht.

Obwohl die Wasserqualität noch besser sein könnte, leben inzwischen drei verschiedene Neunaugenarten im Mühlenstrom – und hier wird schon Butt gefangen. Fische und andere Tiere können wandern, nachdem Barrieren entfernt wurden. In den extra ausgehobenen Teichen des Stiftungslandes sollen künftig die seltenen Knoblauchkröten heimisch werden. 1100 Jungtiere wurden im Sommer vergangenen Jahres ausgesetzt, nachdem man einen Teil des Laichs im Jardelunder Moor gesammelt und in Aufzuchtstationen aufgezogen hatte. Wildtierökologe Moritz Ott von der Stiftung Naturschutz hatte den Naturbegeisterten Kaulquappen mitgebracht. Obwohl sie noch nicht ausgewachsen waren, wurde ihre beachtliche Größe bestaunt.

Die Teiche sind größtenteils auch den Rindern zugänglich, die einen Teil des Gebietes beweiden. Teilweise sei es zu wenig beweidet, meinte Link, dadurch wüchse das Gras zu hoch und die Blütenflora käme zu kurz. Nicht zu übersehen waren große Flächen mit Jakobskreuzkraut, von den Rindern verschmäht, aber als Heu eine Gefahr für die Tiere. Link setzt seine Hoffnung auf den kleinen Schmetterling „Blutbär“, dessen Raupen die Pflanze kahl fressen.


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