Stadtgeschichte : Auf den Spuren einer alten Flensburger Familie

Mit Flensburg verbunden:  James Tersmeden und Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar mit Chronik und Familienwappen.
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Mit Flensburg verbunden: James Tersmeden und Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar mit Chronik und Familienwappen.

Die Tersmedens prägten die Stadt über ein Jahrhundert / Nachfahren übergeben Chronik an Stadtpräsidentin

shz.de von
10. Januar 2015, 16:35 Uhr

Tersmeden – diese Familie ist in Flensburg bis heute ein Begriff. Und das zurecht: Die Kaufmannsfamilie hat mehr als ein Jahrhundert lang eine führende Rolle in der Fördestadt gespielt. Vor 400 Jahren war sie Heimat der Tersmedens. Ein Grund für James Tersmeden, eines der Mitglieder der Familie, die heute in Schweden lebt, zurückzukehren. James Tersmeden wurde gestern mit einem weiteren Familienmitglied von Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar und Historiker Dr. Dieter Pust im Rathaus empfangen und durfte sich ins Gästebuch der Stadt eintragen.

Der Schwede freute sich, in der Heimatstadt seiner Vorfahren zu sein. Im Gepäck hatte er auch drei Chroniken seiner Familie, die im November anlässlich des 100-jährigen Bestehens des „Vereins des Tersmeden-Geschlechts von 1912“ in Schweden erschienen sind. Eines dieser Bücher bekam Swetlana Krätzschmar, die es sofort durchblätterte. „Nicht viele können ihre Familiengeschichte so nachverfolgen“, sagt sie beeindruckt.

Die Geschichte der Tersmedens fasziniert nicht nur die Stadtpräsidentin. Die Kaufmannsfamilie war in Stade und in Flensburg sesshaft und hatte Handelsbeziehungen, die bis nach Süddeutschland und Skandinavien reichten. Sie zählte zu den wichtigsten Lieferanten des dänischen Königshofes in Kopenhagen und stellte Repräsentanten im Flensburger Rat. Doch mit dem Aufstieg kam auch der Fall. Anfang des 17. Jahrhunderts ging das Handelshaus in Konkurs, die Nachkommen des damaligen Familienoberhauptes verließen die Stadt in Richtung Dänemark. Zwei der 20 Kinder von Thomas tor Smeden, so die alte Schreibweise, wanderten nach Schweden aus. „Deswegen haben wir heute im Swinemünder Zimmer zwei Familienwappen“, erzählt Krätzschmar. „Eines von der Flensburger Familie und eines von ihren schwedischen Nachkommen.“

Jene Auswanderer sind die Urväter der Familienmitglieder, die 1966 und 2007 nach Flensburg zu den Wurzeln zurückkehrten. Spuren ihrer Vorfahren finden sie nicht nur im Rathaus, sondern auch im Gnomenkeller, der einst als Warenlager diente, sowie in der St.-Nikolai-Bibliothek, in der kostbare Foliobände aus dem 16. Jahrhundert stehen.

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