Auf den Schwingen der Fab Four

„Crossover“ mit Klassikern: Erste Probe mit Richard Wester (Saxophon), GMD Peter Sommerer und Mitgliedern des Orchesters.
„Crossover“ mit Klassikern: Erste Probe mit Richard Wester (Saxophon), GMD Peter Sommerer und Mitgliedern des Orchesters.

Vier Mal geht das Sonderkonzert „Beatlemania“ mit Orchester, Richard Wester und Band über Bühnen in der Region

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21. Februar 2018, 12:48 Uhr

Einsatz verpasst! „Da gibt’s gar keine Wiederholung“, stellt Richard Wester entschuldigend fest und hält ein ganzes Orchester an. Dirigent Peter Sommerer nutzt die Unterbrechung, um sich an die Klarinetten zu wenden: „Die Triolen bitte gebunden“, sagt er und lässt den Klangkörper an der Stelle G wie Gustav erneut einsetzen.

„Beatlemania“ ist der Titel des Sonderkonzerts in der Reihe „Klassik im Frühling“, das vier Mal zur Aufführung kommen wird. Die erste Probe des Sinfonieorchesters des Landestheaters auf dem Museumsberg diene vor allem dem Kennenlernen, meint Richard Wester, Solist an Saxophonen und Flöten, und ist am Ende erleichtert, wie gut es läuft. Respekt vor dem Dirigat, wie es in der E-Musik üblich ist, besteht immer noch, aber die Bedenken, dass deshalb musikalische Missverständnisse entstehen, haben sich flugs zerstreut. Tatsächlich bedarf es nur weniger Wiederholungen, bis die Passage klingt wie sie klingen soll.

Das ist auch dem erfahrenen und unaufgeregten Peter Sommerer zu verdanken. Der Generalmusikdirektor ist in seiner Zeit am Landestheater immer wieder an „Crossover“-Projekten beteiligt. „Wichtig war dabei immer, uns mit Künstlerinnen und Künstlern aus der Region zusammen zu tun“, betont Sommerer. Er weiß um die Herausforderungen auf beiden Seiten. „Als Dirigent ist man Mittler ’zwischen den Welten’“, sagt er.

Das Konzept zur „Beatlemania“ stammt vom Intendanten Peter Grisebach, erklärt Richard Wester. Die Titel der Fab Four haben sie gemeinsam ausgewählt, sagt der Rheinländer und Wahl-Angeliter, der sich in der Region unter anderem mit seinem Glashaus in Quern und der Nacht der Lieder einen Namen gemacht hat.

Rolf Hammermüller hat sämtliche Arrangements geschrieben, er beschäftige sich seit einem Jahr mit der Auftragsarbeit fürs Theater, sagt Wester über seinen Pianisten. Weil die freie Improvisation im Orchester nicht möglich sei, erläutert Dirigent Sommerer, komme es auch auf das Können des Arrangeurs an.

Den Songs der Beatles gehört der erste Teil des Programms; Mini-Medleys machen möglich, dass viele Ohrwürmer zumindest anklingen, etwa „Ticket to ride“ und „Yesterday“ oder „Lady Madonna“, „Yellow Submarine“ und „Get back“ bilden eine Einheit. Schon mit 14, erinnert sich Wester, habe seine erste Schülerband die Hits wie „Eleanor Rigby“ rauf und runter gespielt. Nicht zuletzt gilt das für seine Käpt’n Kümos Marching Band, die einen Großteil ihres Repertoires aus den Beatles schöpfte. Für Bläser, erklärt der Musiker, ergeben sich aus dem Material unendliche Möglichkeiten für Melodien. Für Peter Sommerer sind die Beatles „solche Klassiker, dass ich zuerst eher mit Bearbeitungen für verschiedenste Ensembles mit ihrer Musik in Berührung gekommen bin.“

Im zweiten Teil des Konzerts präsentiert Wester eigene Kompositionen – vom lateinamerikanischen „Ma’umba“ bis zur Battle der Streicher im „Leichtflug“ – mit Orchester und Band. Diese vermisst der Solist in der ersten Probe, so dass ihm seine eigenen Stücke mitunter wie „Neue Musik“ vorkommen. Wie alles zusammenklingt, ist am Sonntag in Flensburg zu erleben.

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