Wohnungsbau in Flensburg : Auf dem Weg zur 100.000 – vom Flensdorf zur Flensstadt

Osterlücke: Neubauten an der Osterallee.
Osterlücke: Neubauten an der Osterallee.

Flensburg sieht sich beim Wohnungsbau in der Spur: Das Wachstum soll von Qualitätsverbesserungen begleitet werden.

shz.de von
13. Juli 2018, 06:20 Uhr

Flensburg | In viereinhalb Jahren ist es soweit: Ende 2022 dürfte Flensburg die 100.000-Einwohner-Marke knacken. Bis dahin sollte das neue Wohngebiet Schwarzental fertig sein, wohl auch jenes an der Friedenskirche, und bis dahin wird nicht nur das Bahnhofsumfeld sein Gesicht verändert haben. Das Wachstum der Stadt ist ungebrochen, Donnerstag gaben Oberbürgermeisterin Simone Lange und ihr Stab einen Zwischenstand.

„Vom Flensdorf zur Flensstadt“ – auf diesem Weg sei Flensburg jetzt auf jeden Fall, so Lange. Die Baumaßnahmen, zu erkennen an den kreisenden Kränen in nahezu jedem Stadtteil, verändern das Gesicht der Stadt. Das Bauen führe durchaus zu „nachbarlichen Friktionen“, räumte Peter Schroeders, der Chef der Stadtplanung, ein. Der neue Wohnpark Tarup mit seinen mehrgeschossigen Bauten werde schon mal spöttisch „Klein-Mettenhof“ genannt – in Anspielung an die Kieler Stadtrand-Siedlung aus den 70er Jahren. Hin und wieder werde der Eindruck vermittelt, die Stadt baue sämtliche Freiflächen zu. Das sei keineswegs der Fall, stattdessen bemühe sich die Stadt, unter dem Leitsatz „Wachstum organisieren, Qualitäten schaffen“ nicht nur ein bestimmtes Quantum an neuem Wohnraum zu realisieren, sondern gleichzeitig die Infrastruktur zu verbessern, in Grünflächen zu investieren, die Kitas auszubauen und mehr. „Unsere Stadt ist zum Glück grün, und grün soll sie auch bleiben“, so Simone Lange.

SBV-Projekt Mölledam an der Bahnhofstraße.
Carlo Jolly
SBV-Projekt Mölledam an der Bahnhofstraße.
 

Seit 2015 seien in Flensburg rund 1400 Wohnungen gebaut worden. Derzeit seien etwa 1250 in Bau. Weitere 2000 sind in Vorbereitung – darunter allein fast 500 im Schwarzental/Neustadt. Zu den 1600 mittelfristigen Projekten, für die es noch keine Bebauungspläne gibt, zählt das Bahnhofsumfeld (ca. 450 Wohnungen). Zukunftsmusik bis 2035 sind die geschätzt 1000 Wohnungen auf den Flächen der beiden Krankenhäuser nach deren Fusion am Neustandort Peelwatt.

Gut 40 Wohnungen baut der FAB gerade am Sandberg.
Carlo Jolly
Gut 40 Wohnungen baut der FAB gerade am Sandberg.
 

Die Nachfrage nach Wohnraum sei so stark gewachsen, dass Flächen wie die an der Friedenskirche, an die sich vor zehn Jahren noch niemand herangetraut hätte, heute problemlos bebaut werden. Schroeders lobte die hohe Qualität eines Projektes wie die „Alte Gärtnerei“, die komplett ohne Pkw-Verkehr im Inneren sei.

Lange und Schroeders betonten, dass die Entwicklung unbedingt in Kooperation mit den Umlandgemeinden erfolgen müsse. Auch dort gebe es Wachstum. Lange wünscht sich hier genauere Vorgaben der Landesplaner.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert