zur Navigation springen

Serie: Wo Flensburg wächst : Auf dem Campus lässt sich das Wachstum studieren

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hochschulszene hat den Wunsch nach zusätzlicher Gastronomie und Nahversorgung

shz.de von
erstellt am 09.Jul.2017 | 14:45 Uhr

Sollte es einen Flensburger geben, der bis Mitte der 90er Jahre auf dem Sandberg gelebt hat, dann weggezogen ist und heute erstmals wieder auf den Hochschulcampus tritt – er wird sich kaum mehr zurecht finden. Gleich hinter den weiß-grünen Fachhochschulgebäuden ersteckten sich seinerzeit noch große Obstwiesen und zahllose Kleingartenkolonien. Dass die ehemalige Pädagogische Hochschule von Fruerlund auf den Sandberg ziehen und sich hier als Europa-Universität neu erfinden konnte und heute mit der ebenfalls groß gewordenen Hochschule ein Campus-Ensemble mit 10  000 Studenten und Hochschulangehörigen bildet, hat Flensburg zur wachsenden bunten Studentenstadt gemacht – kaum auszudenken, was ohne den Quantensprung des Campus geworden wäre.

Erst kam das D-Gebäude der Hochschule (mit den Solaranlagen auf dem Dach), dann Audimax und Mensa, Hochschulbibliothek, schließlich 2002 das Uni-Hauptgebäude, später die Campelle, das Erweiterungsgebäude – nicht zu vergessen natürlich Flens-Arena und Campusbad und mehrere Wohnheime des Studentenwerks, von denen das neueste westlich des Uni-Hauptgebäudes mit 115 Plätzen fast fertig ist und im September öffnen soll. Unmittelbar daneben läuft längst die Planung für das nächste und nächstgrößere Wohnheim – 164 Plätze Richtung Campusbad. Und dahinter beginnt das Kleingartenareal der Mumm’schen Koppel, über dessen Umnutzung für 150 Wohnungen die Flensburger Ratspolitik in Kürze entscheiden muss. Auf dem Sandberg lässt sich derzeit der in allen Stadtteilen virulente Konflikt zwischen städtischem Wachstum und lebenswertem Wohnviertel mit grünen Oasen vielleicht am deutlichsten studieren.

Für Hochschul-Kanzlerin Sabine Christiansen ist die Gesamtentwicklung zuallererst positiv: „Wir freuen uns über die Ausbauaktivitäten rund um den Campus, zum Beispiel über zwei weitere Studierendenwohnheime.“ Ein großer Wunsch vieler Hochschulangehöriger sei zudem eine Belebung des Campus durch Gastronomie und Nahversorgung wie zum Beispiel einen Bäcker. Wenn Mensa, Campussuite und B-Mensa der Hochschule schließen, dann gibt es Essbares auf dem Campus nur noch in den sommerlichen Gemüsebeeten der Studierenden am Rundweg hinter dem Uni-Hauptgebäude.

Aktuell wächst der Campus allerdings vor allem mit Seminar- und Büro-Containern. Seitdem die ersten beiden Flachbauten auf dem Uni-Parkplatz im Dezember ans Netz gingen, haben sie sich längst vervielfacht. Allein sieben Einheiten stehen hinter dem Uni-Erweiterungsbau, andere auf dem Hochschulparkplatz und bald auch neben dem Maritimen Zentrum und der Campelle. Sogar der Innenrundweg hinter dem Uni-Hauptgebäude wird in Kürze von einem Mensa- und Cafeteria-Container durchbrochen.

Die Optik der Container gilt als gelungener als befürchtet, allerdings sind sie recht hellhörig – und bei Starkregen müssen die Dozenten tapfer gegen das Prasseln anschreien. Die Container haben zunächst eine Baugenehmigung für zwei Jahre. Hinter der B-Mensa müssen die Studierenden den Platz für Open-Air-Kino und Sommerpicknick opfern, bekommen hier aber Büros für Fachschaft und Asta. Sollte der Raumbedarf der Hochschule in den kommenden Jahren nicht sinken, will die Kanzlerin die Verlängerung über zwei Jahre hinaus beantragen. „Der Baukörper der Containermodule entspricht den aktuellen Vorschriften für ein festes Bauwerk, somit wäre, mit einer Anpassung der technischen Anlagen, eine unbegrenzte Nutzung möglich.“

Insgeheim hofft man vor allem an der Hochschule bald auf Ersatz für das in die Jahre gekommene Gebäudeensemble aus den 80ern. Im Zuge der Planung eines neuen Kreisverkehrs am Campusentree Munketoft/Ecke Kanzleistraße rückt die Fläche zwischen Munketoft und der Johannisallee ins Visier der Planer. Hier könnte – gegenüber der FAB-Wohnanlage „Auf der Canceley“ – ein repräsentatives Veranstaltungsgebäude der Hochschule entstehen – womöglich mit Platz für das dringend erneuerungsbedürftige Planetarium. Vieles spricht dafür, dass die Baufahrzeuge dem Campus Sandberg noch einige Jahre erhalten bleiben.

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen