Auf alten Wegen von der Wassermühle zum "Schmeyteich"

Vor der alten Wassermühle:  (v.l.)  Besitzerin Ellen Müller, Sohn Nils und Ehemann Peter Müller, Sigrid Petersen und Friedrich Scharff.  Foto: lj.
1 von 2
Vor der alten Wassermühle: (v.l.) Besitzerin Ellen Müller, Sohn Nils und Ehemann Peter Müller, Sigrid Petersen und Friedrich Scharff. Foto: lj.

shz.de von
15. Januar 2009, 04:59 Uhr

Lindewitt | Wenn sich Sigrid Petersen und ihre "Arbeitsgruppe Lindewitt" treffen, steht bisher die Geschichte rund um das "Adelige Gut Lindewitt" im Vordergrund. Jetzt hielten die Mitglieder einen Jahresrückblick auf die Aufarbeitung der lokalen Geschichte.

So fanden die Hobbyforscher im Husumer Schloss unter anderem das Bild von "Gustav Gotthard von Blücher". "Dieses Bild sollte eigentlich in der Bredstedter Sparkasse hängen", so Sigrid Petersen. Diese habe es aber dem Schloss Husum geschenkt. Gustav Gotthard von Blücher war der letzte Besitzer des Gutes Lindewitt und Amtmann in Bredstedt. Das Amt Bredstedt hat Blücher von 1780 bis 1799 verwaltet.

Friedrich (Fiede) Scharff fand im Laufe des Jahres 2008 rund um den alten Mühlenteich in Lindewitt Grenzsteine, die dem Besitzer des Gutes Lindewitt die Grenzen seines Fischereirechtes aufzeigten. Der dänische König Christian VIII. hat diese Steine um 1850 aufstellen lassen, die Steine tragen daher die Inschrift "C VIII". "In alten Schriften wurde dem Teich ein großes Fischvorkommen nachgesagt", so Fiede Scharff.

Die jüngsten Nachforschungen 2008 bezogen sich auf die alte "Wassermühle" in Lindewitt, die schon 1562 erwähnt ist. Damals erwarb Paul Rantzau den "Hof Lindewitt" (Gut Lindewitt) zu dem die Wassermühle gehörte. Ellen Müller, Enkelin des letzten Besitzers der Wassermühle, führte die Teilnehmer an Hand einer Karte aus dem Jahr 1795 zu dem so genannten "Schmeyteich". Auf diesem Weg, der auch über den "Schmeydamm" führte, war sie um 1950 mit ihrem Großvater zum "Schütt"(Wehr) gegangen.

Fiede Scharff, Ernst Hansen, Jürgen Jürgensen und Christian Thordsen konnten sich noch gut erinnern, dass in ihrer Kinderzeit diese Anlage in Betrieb war. Ein großes Betonteil des alten Wehrs, welches bei der Begradigung der Linnau in den 50-er und 60-er Jahren einfach zur Seite geschoben wurde, ragt hier noch aus der Erde.

Mit dem Schütt wurde das Wasser der Linnau in den "Schmeyteich" geleitet, um von dort über den Mühlenbach den 1,5 Kilometer entfernten Mühlenteich zu speisen. Der Mühlenteich konnte so abgelassen werden, dass sein Wasser das Mühlrad antrieb. Es floss dann zurück in die Linnau, deren Lauf durch wasserbauliche Maßnahmen in den 50-er und 60-er Jahren geändert wurde.

1953 verkaufte Peter Hans Jürgensen das Staurecht an den Wasser- und Bodenverband Linnau und betrieb die Mühle mit Tochter Lisbeth Carstensen bis 1957 kurz vor seinem Tode. Enkelin Ellen Müller ist die Besitzerin des Restes der ehemaligen Wassermühle, die sie mit Ehemann Peter Müller liebevoll renoviert hat.

Sichtlich zufrieden über das, was die Mitglieder 2008 herausgefunden haben, plant Sigrid Petersen schon die nächste Exkursion. Sie wird sich mit der Geschichte des Hofes "Loftlund" befassen, eines ehemaligen landwirtschaftlichem Betriebes.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen