Ausstellung in Flensburg : Audimax zeigt die wahren Helden des Dritten Reichs

„Was konnten sie tun?“: Die Ausstellung im Audimax auf dem Hochschulcampus läuft bis zum 14. Februar.
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„Was konnten sie tun?“: Die Ausstellung im Audimax auf dem Hochschulcampus läuft bis zum 14. Februar.

Eine Ausstellung auf dem Hochschulcampus beschäftigt sich mit Widerstandskämpfern gegen das NS-Regime.

shz.de von
14. Januar 2015, 15:00 Uhr

Flensburg | Sie wollten seinerzeit nicht als Helden bezeichnet werden – obwohl sie sich dem Nazi-Regime mutig als Einzelkämpfer oder in Gruppen widersetzten. Diesen Widerstandskämpfern widmet die Stiftung 20. Juli 1944 in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand die Ausstellung „Was konnten sie tun? Widerstand gegen den Nationalsozialismus 1939-1945“, die bis zum 14. Februar im Foyer des Audimax auf dem Hochschulcampus zu sehen ist.

Bei der Eröffnung erklärte der Historiker Dr. Hans Coppi aus Berlin, „die Ausstellung ist kein ,Best-of‘ von Widerständlern, sondern rückt eher wenig bekannte Menschen in den Vordergrund“. Liane Berkowitz, Judith Auer, Helmuth Hübener oder Georg Elser sind nur einige der Namen, die sich auf den Ausstellungsplakaten befinden. Sie sind eine Ausnahme jener Deutscher, die dem NS-Regime folgten, sich anpassten oder passiv blieben.

Die Formen des Widerstands der Gruppen und Einzelkämpfer waren vielfältig. Während einige Flugblätter verteilten und Informationen ausländischer Rundfunksender verbreiteten, halfen andere verfolgten Juden, Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern oder versuchten, Adolf Hitler zu stürzen, um seine Herrschaft und den Krieg zu beenden. „Die Widerständler fälschten Ausweise, verweigerten den Wehrdienst oder meldeten sich zur SS, um die Massenmorde bezeugen zu können“, erzählt Coppi, der Sohn eines Widerstandskämpfers der „Roten Kapelle“ ist.

Die Ausstellung regt zu weiteren Recherchen an, denn auf den Plakaten ist nur eine kurze Version der Geschichte der „stillen Helden“ zu sehen. „Viele haben aus Angst vor dem Terror-Regime keinen Widerstand geleistet“, sagt der Historiker. Auch heute sei es für das Geschichtsbewusstsein wichtig, sich mit der Herrschaft der Nationalsozialisten zu beschäftigen. Die Vergangenheit und die Gegenwart gehörten zusammen und gerade in den Zeiten des Neonazismus und der Pegida-Bewegung müssten die Menschen näher zusammenstehen und sich gegenüber Fremden mehr öffnen, betont Coppi.

Die Ausstellung gehört zur Reihe „erinnern um zu lernen - gedenken um zu verändern“, die seit 1998 alle zwei Jahre den Widerstand thematisiert. Zum Trägerkreis gehören die Evangelische Studierenden-Gemeinde Flensburg, das Frauenwerk, der Kirchenkreis Schleswig-Flensburg und die Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes – Bund der Antifaschisten Flensburg.

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