Glücksburg : Auch bei Regen ein Genuss

Klein, aber überdacht: Die Bühne im Glücksburger Schlossgarten ließ nicht viel Platz für Interaktion während der figurenreichen Szenen – hier die Hebräer und Leviten mit ihrem Hohepriester Zaccaria.
Klein, aber überdacht: Die Bühne im Glücksburger Schlossgarten ließ nicht viel Platz für Interaktion während der figurenreichen Szenen – hier die Hebräer und Leviten mit ihrem Hohepriester Zaccaria.

900 Zuschauer trotzen dem Wetter und verfolgten die Nabucco-Aufführung in Glücksburg.

shz.de von
14. August 2018, 12:00 Uhr

Glücksburg | Es soll einfach nicht sein. Fast ohne Unterbrechung Regen und kühle 16 Grad herrschten beim wiederholten Versuch, im Glücksburger Schlossgarten eine Oper „open air“ aufzuführen. Es gab „Nabucco“ von Giuseppe Verdi. Wegen Starkregens war die Aufführung bereits von Donnerstag auf Sonntag verlegt worden.

Die rund 900 Zuschauer und das Ensemble der Prager Festpieloper bewiesen jedoch Ausdauer. Kaum jemand aus dem Publikum (auf harten Plastik-Klappstühlen) verließ die Vorstellung während der verkürzten Umbauphase für das ohnehin wenig aufwendige Bühnenbild. Liana Sass als Abigaille spulte ihr intrigantes Spiel mit Höhen und Tiefen ab. Die vielstimmigen Passagen gelangen mitunter eindrucksvoll. Der berühmte Gefangenenchor – auch bei Regen ein Genuss. Ein vorhergehendes Boxenrauschen konnte schnell gestoppt werden.

Die Musiker (im Zelt) unter Dirigent Martin Doubravský (im Regencape) waren einfach nur zu bewundern. Jurij Kruglov als Zaccaria und Martin Bárta als Nabucco brachten einen Hauch alttestamentarischen Glanz vor die Glücksburger Orangerie. Von Gänsehaut-Feeling zu sprechen, wie die Veranstalter es im Vorfeld getan hatten, wäre jedoch unpassend.

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