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Flensburger Tageblatt

11. Dezember 2017 | 22:16 Uhr

Glücksburg : Arbeiten für den Frieden

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Kooperation wird groß geschrieben: In einem Camp bei Artefact in Glücksburg lernen sich junge Leute aus acht Nationen kennen.

Glücksburg | Elf junge Leute im Alter von 17 bis 28 Jahren aus acht verschiedenen Ländern nehmen an einem zweiwöchigen Workcamp auf dem Gelände von Artefact in Glücksburg teil. Unter dem Dach des „Service Civil International“ (siehe Infokasten) bauten und reparierten sie Informationstafeln im Energie-Erlebnispark, beteiligten sich an der Errichtung eines neuen Informationspavillons, befestigten einen Wasserspeicher und pflegten das Gelände.

Die Leitung des Camps lag in Händen von Laura Danzglock, 19, aus Bremen. Nach dem Abitur war sie im Freiwilligendienst in Ghana und in mehreren europäischen Ländern tätig. Demnächst möchte sie in Lüneburg ein Studium der Umweltwissenschaften beginnen. In diesem Punkt ist Julia Arias Iniesta, 20, aus Madrid schon weiter. Sie studiert dort Krankenpflege, in Spanien ein akademischer Ausbildungsgang. Ihre Zwillingsschwester hatte vor zwei Jahren an einem Workcamp teilgenommen und ihr Interesse geweckt. Beide jungen Frauen sind sich einig: „Für uns sind handwerkliche Arbeit und der Umgang mit Handwerkszeug eine ganz neue Erfahrung.“

Die haben Alejandro Yahuaca aus Mexiko, David Konecny aus der Tschechei und Yassin El-Gebali aus Ägypten schon hinter sich. Als Studenten verschiedener Ingenieurwissenschaften absolvierten sie bereits einige Praktika.

Die Gruppe wohnte unter einfachsten Umständen in einem großen Zelt. Das Wasser zum Waschen und Duschen wurde durch einen Sonnenkollektor erwärmt. Das Zubereiten der Mahlzeiten erfolgte gemeinsam in einer provisorischen Küche – nach wechselnden heimatlichen Rezepten und zumeist vegetarisch. Im Studienteil des Camps ging es um Klimawandel und Nutzung erneuerbarer Energien.

Zu diesem Thema gehörte der bei Artefact gerade neuerrichtete „Energiewürfel“ aus Holz mit einer Kantenlänge von sechs Metern. Die Camp-Mitglieder sorgten für einen Anstrich in der Farbe der Sonne. Sein Rauminhalt steht, wie Artefact-Chef Werner Kiwitt erläuterte, für die Gesamtheit der die Erde treffenden Sonnenenergie. Ganz kleine Würfel, demnächst im Inneren aufgebaut, stellen dann unter anderem deren nutzbaren Anteil oder die Menge der jährlich nachwachsenden Biomasse dar.

Bei einem weiteren Projekt wurde viel Erde bewegt, um zwei unterschiedlich hoch liegende Wasserspeicher zu sanieren. Sie dienen dazu, das Prinzip eines Pumpspeicherwerks zu erläutern. Bei hohen Strompreisen erzeugt eine Turbine durch Nutzung des Gefälles Elektriziät, bei niedrigen Strompreisen wird das Wasser in den Hochspeicher gepumpt. Als Alternative steht eine kleine Windkraftanlage zur Verfügung.

Mit Spielen zur Förderung der Gruppendynamik waren die Teilnehmer schnell zu einem Team zusammengewachsen. Alle brachten besondere Kenntnisse ein, zum Beispiel in Erster Hilfe, die sie an die anderen weitergaben. Laura Danzglock zog zum Schluss für sich ein positives Fazit: „Wenn erforderlich, kann ich jetzt jedenfalls meine Studentenbude selbst anstreichen.“


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