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Museumshafen Flensburg : Apfelmarkt-Tradition neu belebt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Auf dem Bohlwerk am Museumshafen bestimmte die Himmelsfrucht das rege Treiben und bot verlockende Farbkleckse bei Nieselregen.

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2015 | 10:00 Uhr

Das Wetter ist schiete, die Stimmung umso besser. Der Apfelmarkt auf dem Bohlwerk ist nicht nur für Flensburger ein Pflichttermin. Deutsche und Dänen nutzen das Fest am Museumshafen Flensburg zum Genießen apfeliger Köstlichkeiten. So auch am Wochenende.

Die Mitglieder des historischen Hafens hatten wie in jedem Herbst Äpfel heimischer Sorten angelandet. 856 Kilogramm von Laxton Superb, Gerlinde, Holsteiner Cox und Boskop waren herangekarrt und herangeschifft worden. Und – seit 2009 zum ersten Mal – war auch der Grafensteiner aus dem dänischen Gråsten wieder mittenmang.

35 Kisten à 12 Kilo hatte die Grafensteiner Apfelkönigin Karin Baum mit Nis-Edwin Petersen und anderen Apfelfreunden mitgebracht. Die historischen Schiffe Ebba Aaen aus Apenrade und Herborg aus Augustenborg hatten die Fracht in Kollund gebunkert. Es sei schön, dass doch wieder Interesse bestehe, für den Grafensteiner zu werben, sagt Baum, die viele Jahre zuvor die alte Sorte aufs Bohlwerk gebracht hatte.

Eine weitere ruhende Tradition haben Jochem Baas und Thomas Engbert aufgegriffen. Sie erhielten das Rezept von der „Carmelan“ und boten leckeren Bratapfel an. Der bekannte Anblick kam nicht nur bei Ingrid Berndt aus Flensburg gut an.

Zum ersten Mal in dieser form feierte die Eyüp Sultan Camii-Gemeinde ihr Herbstfest mit Verbindung zum Apfelmarkt. Der Gaukler, der die Passanten nach hüben wie drüben locken sollte, war krank geworden, dennoch entstand ein Hin und Her. „Diese Liaison wollen wir ausbauen“, sagte Sabine Große-Aust, seit Sommer Vorsitzende des historischen Hafens. Während die Pilze zwischen den dunklen Bohlen sprossen, wurden auf dem Holzweg heiße Kastanien angepriesen, Schmalzbrote gegen eine Spende abgegeben, mit Fischbrötchen der Hunger gestillt und Apfelpunsch mit oder ohne Schuss genossen.

Ein deutsch-dänisches Team sorgte für Æblekager und Austern. Das Apfeldessert wird mit Makronen und Sahne im Glas oder in der Schale geschichtet, wie Dörte Brandt und Wiwi Hald erklärten. Bjarne Kiholm bot Austern an, die vor Fanø gesammelt worden waren. Mit Seegras abgedeckt, blieben sie geschlossen, verriet er gerne.

Die Einnahmen des Tages fließen in den Ersatz des historischen Krans, der kürzlich abgebaut wurde. Zu dem Zweck lädt der Verein bereits zur nächsten launigen Versteigerung „Kunst für Krahn“ ein. Voraussichtlich Mitte November wird im gegenüberliegende Schifffahrtsmuseum bildende, maritime Kunst versteigert, mit dabei der zerzauste Wimpel der Dagmar Aaen, dem Expeditionsschiff von Arved Fuchs.

„Die Stimmung trotz des Nieselregens war gut, das Bohlwerk voll, sagte Große-Aust erfreut.“ Der Flohmarkt sei gut gelaufen, die Bratäpfel und nicht nur die hätten reißenden Absatz gefunden. Nur die Apfelberge verschwanden nicht völlig. Einige Kisten des wiederentdeckten Grafensteiner blieben stehen. Ein farbenfroher Abschiedsgruß.

 

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