Glücksburg : Anwohner sauer über Bebauungspläne

Besorgt: Die Anwohner vom Ulstruper Weg an der Zufahrt zu dem Areal.
Besorgt: Die Anwohner vom Ulstruper Weg an der Zufahrt zu dem Areal.

Viergeschossige Gebäude zwischen Einfamilienhäusern – Stadtvertreter rät zur Klage gegen Beschluss des Glücksburger Bauausschusses.

shz.de von
06. Februar 2018, 13:18 Uhr

Sie finden das Gebäude „überdimensioniert“ und haben Angst, dass die Entwässerung ihrer Grundstücke künftig nicht mehr funktioniert. Etwa zehn Anwohner eines rund 2500 Quadratmeter großen Baugrundstücks zwischen Ruhetaler Weg und Ulstruper Weg brachten auf der letzten Bauausschuss-Sitzung ihren Unmut über zwei geplante Wohngebäude zum Ausdruck.

Der Investor, die Offner & Koch Immobilien-Gesellschaft, plant an der Adresse Ruhetaler Weg 1f-g zwei viergeschossige Gebäude mit je sieben Wohnungen. Die Baugenehmigung dafür hat die Gesellschaft seit mehreren Monaten. Jetzt stellte sie den Antrag, das Gelände um einen Meter aufschütten zu dürfen. Dies hätte zu einem besseren Baugrund geführt, denn auf dem Gelände steht viel Wasser. Die Gebäude hätten dann 19,44 Meter aus der Landschaft hervorgeragt, jetzt sind es 18,44 Meter. Der Bauausschuss lehnte den Antrag ab. Möglicherweise, um die protestierenden Anwohner zu besänftigen. Diesen Eindruck konnte man auf der Sitzung gewinnen.

„Die haben eingeräumt, sich bei Erteilung der Baugenehmigung kein umfassendes Bild gemacht zu haben“, sagte Anwohner Peter Buchfeld. Die Nachbarschaft sei nicht informiert worden. „Fest steht, dass unsere Häuser rundherum alles Einfamilienhäuser sind mit einem, maximal zwei Geschossen.“ Für ihn ist eindeutig, dass die geplanten Baukörper „nach Art und Maß“ nicht in die Gegend passen, wie es Paragraph 34 im Baugesetzbuch vorsieht. Einen B-Plan gibt es für das Gebiet nicht. Bauausschuss-Vorsitzender Svend Colmorn wies auf mehrgeschossige Häuser am Parkplatz der Rudehalle hin, die ebenfalls in der Nachbarschaft stehen. Und Stadtvertreter Burkhard Repenning empfahl den Anwohnern, Klage einzureichen.

Das hält Lars Koch von der Immobilienfirma für keinen guten Rat. „Sie würden damit gegen den Kreis vorgehen. Der müsste Fehler einräumen – unwahrscheinlich“, findet er das. Warum er die Anwohner nicht ins Boot geholt hat, erklärte er so: „Bei einem Projekt in dieser Größenordnung ist das unüblich.“ Bei der Alten Gärtnerei in Flensburg sei das sicherlich etwas anderes.

Koch arbeitet schon länger in der Branche, hat auch in Port Olpenitz gebaut. Seit drei Jahren hat er mit einem Kompagnon sein Büro in der Glücksburger Rathausstraße. Dort hängt eine Zeichnung der beiden geplanten Baukörper. Viel Glas, große Balkone, gelber Klinker und begrünte Fassadenelemente. „Lächelst du, wenn du nach Hause kommst...“, wird das Projekt betextet. 80 bis 100 Quadratmeter groß sollen die Eigentumswohnungen werden. Koch hält viel vom Standort Glücksburg. „Es gibt hier hohen Bedarf an Wohnraum, weil man gut wohnt“, weiß er.

Die ansprechende Planungszeichnung stimmt die Nachbarn aus den Einfamilienhäusern nicht milde. „Wir sind extra von Hamburg nach Glücksburg gezogen, weil wir der ewigen Verdichtung entgehen wollten. Jetzt haben wir hier das gleiche Problem“, beschwert sich Anwohnerin Anna Ristock.

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