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Flensburger Tageblatt

14. Dezember 2017 | 16:28 Uhr

Wanderup : Ansturm auf das Weihnachtsdorf

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Mehr als 30 000 Besucher waren am Wochenende in Wanderup. Schirmherr Yared Dibada begeistert mit seinem Auftritt und seiner offenen Art.

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2017 | 13:20 Uhr

„Ich habe vorher ins Internet geschaut, aber das hier ist unbeschreiblich – das muss man erleben.“ Ehrlich berührt zeigt sich Schirmherr Yared Dibaba bei der Eröffnung des Weihnachtsdorfes Wanderup. Tausende Einwohner und Besucher drängen sich dort bereits am Freitagabend durch die Gassen und auf dem Dörpsplatz – bei leichtem Frost, klarem Himmel und Mondschein. Bis auf ein paar Schneeflocken und ein wenig Sprühregen am Sonnabend ist das Wetter ganz auf Seiten des einzigen Weihnachtsdorfes im Land. Mehr als 30 000 Besucher lassen sich bis Sonntagabend in Adventsstimmung bringen – und tun Gutes dabei. Denn der Erlös mehrerer Aktionen fließt auch in diesem Jahr an den ambulanten Jugend- und Kinderhospizdienst im Land.

Schon nach seinen ersten Stunden im komplett ehrenamtlich auf die Beine gestellten Weihnachtsdorf versteht Yared Dibaba, dass es in Wanderup um mehr geht als kulinarische Leckereien, Konzerte und Lichterglanz – es geht um ein Gefühl, um Sinnhaftigkeit. „Hier kommt von so vielen so viel – und alles kommt von Herzen“, sagt der Moderator, Sänger und Schauspieler bei seinem Rundgang durch den Dorfkern, nachdem er vor der größten von 130 geschmückten Tannen das Startsignal „Alle Lichter an!“ gegeben hat. Dazu spielt traditionell der SG-Trompeter Marquardt Petersen eine der beiden Weihnachtsdorf-Hymnen: „Tragt ein Licht nach Wanderup“. Doris Müller singt zuvor zusammen mit dem Plattdeutsch-Fan Dibaba die andere: „Wiehnachtsdörp“. Im Dorfkern haben viele Einwohner ihre Scheunen, Dielen und Garagen geöffnet und bieten Selbstgemachtes an. Besonders ist in Wanderup auch das eintrittsfreie Kulturangebot. So haben Besucher am Sonnabend gegen Abend die Chance, innerhalb weniger Stunden über die spektakuläre Show der „Fire Devils“ im Wichtelpark zu staunen, beim besinnlichen Konzert des Schul- und des Frauenchors in der Kirche bei Kerzenschein zur Ruhe zu kommen, zur mitreißenden Performance der „Wacken Fire Fighters“ im Haus der Feuerwehr zu tanzen oder über Tine Wittler bei einer ihrer gesungenen Lokalrunden zu schmunzeln. Die Hamburger Einrichtungs-Expertin, Sängerin und Kneipenbesitzerin war im Vorjahr die Schirmherrin. „Ich habe mich in das Weihnachtsdorf verliebt, daher bin ich nun mit einem Stand dabei.“ Auch Yared Dibaba möchte im nächsten Jahr wiederkommen, „mit meiner Familie, das muss ich ihr zeigen“. In diesem Jahr unterhält er die Besucher von der Bühne auf dem Dörpsplatz aus mit Charme, Selbstironie und – klar – auf Platt. Er bringt das Publikum sogar dazu, auf Platt mit ihm zu rappen.

Auf diesen Moderator scheint das Weihnachtsdorf gewartet zu haben. Überall wird er angesprochen. Offen und herzlich erfüllt er auch nach Stunden alle Foto- und Schnackwünsche. Berührungsängste mit dem Mann, der mit seiner Familie vor dem Bürgerkrieg in Äthiopien nach Norddeutschland floh, gibt es nicht. „Jeder, der seine Heimat liebt, verlässt sie nur aus einem lebensbedrohlichen Grund – das sollten sich mehr Menschen gerade in dieser Zeit bewusst machen“, betont Dibaba. Ebenso, dass gerade zur Weihnacht todkranke Kinder und ihre Familien in den Fokus gerückt werden sollten.

Holger Braaf, Vorsitzender des Weihnachtsdorfvereins, zeigt sich glücklich: „Ich bin stolz darauf, mit welcher Selbstverständlichkeit das Dorf diese Veranstaltung mit Leidenschaft lebt und Menschen in Not hilft.“ Heute wird abgebaut, die Vorfreude aufs nächste Jahr beginnt.

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