Grossenwiehe : Ansgarkreuz für Friedrich Detlefsen

Ausgezeichnet: Friedrich „Fiete“ Detlefsen mit Pastorin Christiane Decker (v.l.), Pastorin Iris Rönndahl und Pröpstin Carmen Rahlf.
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Ausgezeichnet: Friedrich „Fiete“ Detlefsen mit Pastorin Christiane Decker (v.l.), Pastorin Iris Rönndahl und Pröpstin Carmen Rahlf.

Pröpstin Carmen Rahlf lobt 80-Jährigen aus Großenwiehe als Vermittler in Konfliktsituationen.

shz.de von
22. Januar 2018, 13:09 Uhr

Eine große Ehre wurde Friedrich Detlefsen aus Großenwiehe zuteil. Aus der Hand von Pröpstin Carmen Rahlf erhielt er gestern im Rahmen des Jahresempfangs der Region „Nördliche Geest“ das Ansgarkreuz, die zweithöchste Auszeichnung der Nordkirche. Er sei stets ein Garant für Wege der Vermittlung und Verständigung in Konfliktsituationen gewesen, sagte die Pröpstin, und habe „besonnen und entschlossen gehandelt, als die Kirchengemeinde in schweres Fahrwasser geriet“.

Seit fast 35 Jahren engagiert sich der 80-Jährige für seine Kirchengemeinde, bis vor kurzem im Kirchengemeinderat und auch als Mitglied der Synode. Friedrich Detlefsen, den man überall nur als „Fiete“ kennt, vertrat seinen Berufsstand über 25 Jahre im Kreisvorstand des Bauernverbandes, war bürgerliches Mitglied im Gemeinderat, bei der Freiwilligen Feuerwehr und über Jahre zäher Kämpfer gegen die Freilandtrasse Breklum/Flensburg in der „Interessengemeinschaft Erdkabel“. Bis heute ist er beim Wasser- und Bodenverband aktiv.

„Für Hobbys hatte ich keine Zeit“, sagt der alleinstehende Landwirt, der bis zum Ruhestand seinen Einmann-Milchviehbetrieb mit Getreide- und Zuckerrübenanbau bewirtschaftete. Jetzt ist das Land verpachtet, die Kühe sind weg und die Ställe stehen leer. Nicht ganz. Einige Bullen verlangen noch nach Futter und bekommen von ihm eine zusätzliche Streicheleinheit. Man spürt, wie viel Freude ihm der Kontakt zu den Rindern macht, die sein Neffe bei ihm in Obhut gegeben hat.

Aber seit der Aufgabe des Hofes 2002 konnte Friedrich Detlefsen auch seine Freiheit genießen und plötzlich Urlaub machen: „Ich war in Litauen, Lettland, Frankreich, Schottland und Amerika.“ Das seien interessante Reisen des Bauernverbandes gewesen, erzählt er. Früher war es für Landwirte undenkbar, einfach ein paar Tage wegzufahren. Erst die Einrichtung eines Betriebshilfsdienstes konnte Abhilfe schaffen. 37 Jahre war Detlefsen seit 1971 Vorsitzender des örtlichen Verbandes und vermittelte die landwirtschaftlichen Helfer.

Sein soziales Engagement hat ihm im Laufe der Jahrzehnte Auszeichnungen und viel Anerkennung gebracht. „Er ist ein ehrlicher, geradliniger Mensch und fairer Verhandlungspartner – und offen für neue Gestaltungsformen des Gottesdienstes“, hebt Pastorin Iris Rönndahl hervor. Den gemeinsamen Kreiserntedankgottesdienst von Bauernverband und Kirche habe er ins Leben gerufen.

Welche Ereignisse sind dem Geehrten besonders in Erinnerung geblieben? „Das war vor allem 2008 die überraschend große, zweijährige Reparatur an Kirchendach und Turm, als sogar das Glockengeläut vom Band kommen musste“, sagt er und fügt hinzu: „Und dramatisch war auch die Vernichtung des halben Kirchenwaldes durch Sturm „Christian“.“

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