Angelner Museumsbahn: Mit Volldampf zum Osterhasen

 Lars Heinbach (3) aus Flensburg freut sich über sein gefundenes Ei im 'Grünen Dreieck' von Süderbrarup.
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Lars Heinbach (3) aus Flensburg freut sich über sein gefundenes Ei im "Grünen Dreieck" von Süderbrarup.

Die Eiersuche bei der Fahrt der Museumsbahn zwischen Kappeln und Süderbrarup am Ostersonntag hat inzwischen Tradition. Diesmal gab es gleichzeitig eine Premiere. Denn erstmals fuhr man auf Schienen, die der "Angelner Eisenbahngesellschaft" gehören.

shz.de von
14. April 2009, 07:57 Uhr

Süderbrarup | Gänzlich unbeeindruckt von seiner Teilnahme an einer Premierenfahrt zeigte sich der dreijährige Lars Heinbach aus Flensburg. Er strahlte nur über das ganze Gesicht, weil er eines der 95 Eier gefunden hatte, die Schaffner Lütge Hinrichsen im "Grünen Dreieck" von Süderbrarup rechts und links des Schienenstrangs verteilt hatte. Etwa eine Stunde hatte Hinrichsen dazu gebraucht und war rechtzeitig fertig geworden, bevor Streckenwärter Claus-Dieter Jungjohann den von Lok "Julchen" gezogenen Museumszug über die Landesstraße 252 zum provisorischen Haltepunkt kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof Süderbrarup durchlotste. Innerhalb weniger Minuten verwandelte sich die stille Wiese, die unterhalb des Grabhügels Kummerhy liegt, in ein buntes Gewimmel von Kindern und Eltern.

Birgit Haake-Heinbach, die Mutter von Lars, bemerkte dabei eine positive Neuerung. "In diesem Jahr hat man die Kinder erst gesammelt und dann gemeinsam zum Eiersuchen losgeschickt." Bei der Fahrt im vorigen Jahr, an der sie auch schon teilgenommen hatte, sei noch das "Prinzip Windhund" praktiziert worden. Enttäuscht war sie aber, weil sie eine halbe Stunde vor Fahrtbeginn nur noch eine Hinfahrkarte bekommen habe und jetzt mit einer Autostafette und der Hilfe von Nachbarn wieder nach Kappeln zurückfahren musste. Grund waren zwei Reisebusse, deren Passagiere die Fahrt von Süderbrarup nach Kappeln bereits vorab gebucht hatten und dort auf den Raddampfer umstiegen.

Während Kinder und Eltern fleißig Eier suchten, war der Museumszug zum Wasserfassen in den Süderbraruper Bahnhof gefahren. Und Schaffner Hinrichsen verteilte Eier an die Kinder, die trotz Vorsorge zu kurz gekommen waren. Denn zehn Eier hat er immer noch in seiner ledernen Schaffnertasche für diesen Fall zurückgelegt.

Für die Angelner Dampfeisenbahn waren die Fahrten eine Premiere. Denn seit kurzem gehört die Eisenbahninfrastruktur zwischen Kappeln und Süderbrarup der Angelner Eisenbahngesellschaft. (Unsere Zeitung berichtete darüber). "Es ist ein schönes Gefühl, auf eigenen Gleisen fahren zu können", freute sich Iver Andreas Schiller, der Geschäftsführer beider Vereinigungen ist. Mit dem vorherigen Betreiber habe es doch erhebliche Turbulenzen gegeben, die dazu hätten führen können, dass die Angelner Dampfeisenbahn in der Remise geblieben wäre - und eine andere Museumsbahn den Rahm abgeschöpft hätte. "Mein Interesse ist, dass unsere Bahn fährt", erklärte Schiller, der angesichts voll besetzter Züge mit mehr als 1000 verkauften Einzelfahrkarten zu Ostern auch finanziell ein Licht am Ende des Tunnels sieht.

Er werde deshalb rechtlich alle Möglichkeiten ausschöpfen, um eine Konkurrenz auf der Strecke Süderbrarup-Kappeln erst gar nicht aufkommen zu lassen. Dies schließe natürlich Sonderfahrten aus, wie sie im letzten Jahr Schienenfreunde unternahmen, die mit ihren Museumszügen aus Kiel oder Hamburg nach Kappeln anreisten. Solchen Fahrten wolle man gern Trassengenehmigungen erteilen.

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