"Flensburger Köpfe" : Andreas Christiansen - Unternehmer und Mäzen

Andreas Christiansen
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Andreas Christiansen

Die Kaufmanns- und Unternehmerfamilie Christiansen liebte Kultur. Sie hinterließ Spuren in der Stadt, zum Beispiel den Christiansenpark.

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25. August 2009, 03:41 Uhr

Flensburg | Sie waren außerordentlich erfolgreiche Kaufleute, Reeder und Unternehmer, hatten sich aber ihren Bürgersinn bewahrt und waren zudem interessiert an Kunst und Kultur. Der prächtige Christiansenpark, an dem sich die Flensburger noch heute erfreuen können, geht auf die Initiative von Mitgliedern dieser Familie zurück.

Unternehmensgründer Andreas Christiansen sen. (1743-1811) hatte sein beträchtliches Vermögen vor allem durch seine Beteiligung an der westindischen Handelsschifffahrt gemacht. Er gilt als Stammvater der Flensburger Patrizierfamilie Christiansen, eines einflussreichen und kultivierten Hauses.

Nach seinem Tode führte Sohn Andreas Christiansen jr. (1780-1831) die Unternehmungen fort. Der Nachfolger engagierte sich darüber hinaus in noch stärkerem Maße auf kulturellem und künstlerischem Sektor und gewann weiter an Ansehen und Bedeutung. In der Stadt sprach man vom "reichen Christiansen". Die Familie förderte Künstler und besaß eine respektable Kunst- und Büchersammlung. Christiansen jr. war es, der zwei Gartenanlagen auf der Westlichen Höhe um 1820 zusammenfasste zu einem über 20 Hektar großen grünen Areal, einst "Christiansengärten" genannt. Sie waren schon damals öffentlich zugänglich.
Christiansenpark seit 1992 in Besitz der Stadt
Der heutige Christiansenpark befindet sich seit 1992 im Eigentum der Stadt Flensburg und wird von einem Förderverein betreut. Er ist gewissermaßen der Rest der ursprünglich weitläufigen Gartenanlagen der Familie Christiansen und wird von den Experten des Landesamts für Denkmalpflege als "der bedeutendste noch erhaltene bürgerliche Landschaftsgarten in Schleswig-Holstein" hochgepriesen. Denn der im Stil des Englischen Gartens gestaltete Park "zeichnet sich durch weite Wiesenflächen, malerisch inszenierte Baumgruppen sowie geschwungene Wege und Wasserläufe aus. Die scheinbar ungerührte Natur des Landschaftsgartens galt als Symbol der vom liberalen Bürgertum getragenen aufgeklärten Gesellschaft."

Zur Parkanlage gehören verschiedene so genannte Staffagebauten. Dazu zählen als kulturgeschichtliche Besonderheiten eine "Felsengrotte" mit antikem Mumiensarkophag und die achteckige "Spiegelgrotte" beim Museumsberg. Im neugotischen Stil sind das Kutscherhaus und das Stallgebäude errichtet. Die repräsentative Familiengruft der Christian sens befindet sich auf dem benachbarten Alten Friedhof und wurde nach Entwürfen des großen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel gestaltet.

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