Wohnprojekte in Flensburg : Anders wohnen – anders leben

Die AG Wohnen des Seniorenbeirates – Gisela Leonhardt, Uschi Uhlig und Karin Hesse (von links) zeigt einige Eckpunkte für das neue Wohnkonzept.
Die AG Wohnen des Seniorenbeirates – Gisela Leonhardt, Uschi Uhlig und Karin Hesse (von links) zeigt einige Eckpunkte für das neue Wohnkonzept.

Neue Miet-Wohnprojektgruppe hat sich aus AG des Seniorenbeirats gegründet und Bedürfnisse erörtert – Resonanz groß

shz.de von
17. Juli 2018, 06:45 Uhr

Jetzt gibt es sie tatsächlich: die erste Flensburger Miet-Wohnprojektgruppe. Ermuntert durch den Wohntag „Anders wohnen – bezahlbar, gemeinsam für Jung und Alt“ sowie den Infoabend über das Buxtehuder Wohnprojekt Anfang des Jahres (wir berichteten), haben sich Gisela Leonhardt, Karin Hesse und Uschi Uhlig, Mitglieder der AG Wohnen des Seniorenbeirates, zu diesem Schritt entschlossen. Zur Gründung haben sie ins Flensburger Kulturcafé eingeladen.

„Als Gruppe findet man besser Gehör bei Investoren, Verwaltung, Politik und anderen Ansprechpartnern“ – das war eine Erkenntnis aus Buxtehude. 15 mutige Gründungsmitglieder fanden sich jetzt im Brasseriehof ein und überraschten damit die Initiatoren. „Schon mit drei oder vier interessierten und von der Vision beflügelten Menschen können wir beginnen“, hatte Leonhardt die AG Wohnen noch aufgemuntert. Doch waren die Reihen voll besetzt, für weitere Gäste mussten Sitzplätze organisiert werden.

Nach einem kurzen Kennenlernen kristallisierten sich sehr schnell die zentralen Vorstellungen der Einzelnen heraus: Wohnen in Flensburg, möglichst nah an der Innenstadt mit guter Mobilitätsanbindung sowohl zum Bahnhof als auch zur ÖPNV-Bushaltestelle, einige Autostellplätze und ein Car-Sharing-Point. An einer Hauptverkehrsstraße sollte das Objekt nicht liegen, man müsse zu Fuß zum Einkaufen kommen. Das sind die Wünsche an die Infrastruktur. Die Wünsche ans Gebäude sind ebenfalls vielfältig: acht bis zwölf Wohnungen, barrierefrei oder mindestens barrierearm, Gemeinschaftsraum mit Küche und Gästewohnung werden als unabdingbar betrachtet, ein Garten mit gemeinsamen Treffplatz sei wünschenswert, und die Interessenten wünschen sich vor allem langfristig festgelegte bezahlbare Mieten.

Diese erwartungsgemäß vielen und verschiedenen Aspekte, so resümieren die Initiatorinnen, gelte es nun zu kanalisieren und zu einem tragfähigen Konzept zu verarbeiten. Zu diesem Zweck hat Gisela Leonhardt eine Fortbildung in Hannover beim Forum für gemeinschaftliches Wohnen besucht, um sich für die Aufgabe zu wappnen, die ihr am Herzen liegt: aus einer zufällig entstandenen Gruppe eine handlungsfähige Wohngruppe zu machen. Monatliche Treffen, so die frühe Einsicht, reichten für ein zügiges Voranschreiten des Projektes nicht aus. „Wer wirklich interessiert an dieser neuen Wohnform ist, sollte sich demnächst die Frage stellen, ob er bereit ist, 14-tägige Arbeitstreffen zu akzeptieren“, betont Leonhardt.

Nach gut zweistündigem Austausch trennte sich die neu formierte Gruppe – jedoch nicht ohne Hausaufgabe: Jeder ist nun aufgefordert, seine Vorstellungen an das Projekt zu Papier zu bringen. Dazu zählen etwa Fragen wie: Wie viel Euro Miete kann und will ich stemmen? Wie viel Zimmer brauche ich? Welche Nutzungsbereiche (Waschmaschine zum Beispiel) kann ich mir mit anderen teilen?

>Das nächste Treffen findet am Montag, 6. August, um 18.30 Uhr statt. Die Gruppe sucht noch nach einer geeigneten Räumlichkeit dafür. Ist diese gefunden, werden die Interessenten per Mail eingeladen. Für weitere Informationen kann Gisela Leonhardt gern telefonisch unter 0461-67421529 oder per Mail kontaktiert werden unter der folgenden Adresse:

>giselaleonhardt@gmx.net

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