zur Navigation springen
Flensburger Tageblatt

17. November 2017 | 22:26 Uhr

Handewitt : An der Autobahn blüht das Geschäft

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Flensburg, Harrislee, Handewitt und das Amt Oeversee sind auf der Suche nach neuen Flächen mit Anbindung an die A7.

von
erstellt am 03.Mai.2017 | 16:24 Uhr

Handewitt | Dass hier die Geschäfte brummen, lässt sich schon bei der Vorbeifahrt erahnen. Autobahn 7, Ausfahrt Flensburg/Harrislee, die letzte vor der dänischen Grenze. Wer dann in Richtung Westen abbiegt, ist schon mittendrin in der Autolawine, die das Gewerbegebiet mit dem technischen Namen WEG umspült. Der Begriff ist die Abkürzung für „Wirtschaftsentwicklungsgemeinschaft Flensburg/Handewitt“. Die Menschen in der Region allerdings sagen „Scandinavian Park“ – so heißt das große Einkaufszentrum, das dem ganzen, 116 Hektar großen Gebiet seinen Stempel aufgedrückt hat. Dabei ist der Anziehungspunkt für Käufer aus Dänemark und Deutschland nur einer von 55 Betrieben, die das Gewerbegebiet zu einem durchschlagenden Erfolg gemacht haben und inzwischen 1000 Arbeitsplätze bieten.

Doch der Erfolg hat auch Nebenwirkungen: „Wir sind so gut wie ausverkauft. Es gibt zwar noch Restflächen, aber es ist abzusehen, dass es eng wird, wenn weitere ansässige Unternehmen expandieren oder sich neue ansiedeln wollen“, sagt Burkhard Otzen von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Schleswig-Flensburg (Wireg). „Wenn wir uns erst dann Gedanken machen, wenn die letzte Fläche verkauft ist, sind wir eindeutig zu spät dran.“

Deshalb ist jetzt eine Projektgruppe gegründet worden. Da kommen Vertreter der Stadt Flensburg, der Gemeinden Harrislee und Handewitt und des Amtes Oeversee zusammen, um die Zukunft zu planen: Entweder durch eine Erweiterung des schon vorhandenen Gebiets oder durch ein neues Gewerbegebiet an der „Entwicklungsachse A  7“, wie es Otzen nennt.

Das Verfahren ist schwieriger, als es auf den ersten Blick scheint. Rund um die Autobahnabfahrt Flensburg/Harrislee gibt es schließlich eine Menge unbebauter Fläche. Aber was heißt schon frei? „Da muss man schon genau hinschauen“, mahnt Otzen, „es müssen Eigentumsverhältnisse betrachtet werden, die Verkehrswege und viele andere Details müssen stimmen.“

Bei ihrer Suche beschränken sich die Partner nicht allein auf die Umgebung des schon bestehenden Gewerbegebiets, sondern lassen ihre Blicke auch in Richtung Süden schweifen, immer entlang der Autobahn. Und es ist kein Zufall, dass auch das Amt Oeversee mit im Boot ist, schließlich gehört auch die Gemeinde Tarp mit ihrer Autobahnanbindung zu diesem Amt. Auf einen Ort festlegen will sich Otzen allerdings nicht, dafür sei es noch viel zu früh. Auch die Zahl der Partner sei noch völlig offen, so der Wirtschaftsförderer. Er schließt aber nicht aus, dass es nach den Flächenüberlegungen auch zur Bildung eines Zweckverbandes kommen könnte – nach dem Vorbild des weiter südlich gelegenen Interkommunalen Gewerbegebiets Schleswig-Schuby, für dessen Erschließung sich die Stadt Schleswig und 22 umliegende Gemeinden zusammengeschlossen haben.

Dieser Gewerbepark ist inzwischen zwar voll erschlossen, angesiedelt aber hat sich dort noch kein Unternehmen. Otzen betont, dass die neuen Überlegungen auf keinen Fall in Konkurrenz zu den Flächen weiter südlich im Kreis Schleswig-Flensburg zu sehen seien. „Damit sprechen wir unterschiedliche Nutzer an“, versichert Otzen, der noch einmal darauf hinweist, dass es bei den neuen Plänen zunächst um Erweiterungen von Unternehmen im Gewerbegebiet Flensburg/Handewitt geht. „Und es liegen ja doch einige Kilometer zwischen Handewitt und Schuby.“

Ein Schnellschuss, da ist sich Otzen sicher, wird das Projekt nicht: „Es können schon vier, fünf, sechs oder auch zehn Jahre vergehen, bis wir das neue Gebiet entwickelt haben.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen