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Rote Welle im Norden : Ampel-Frust auf Flensburgs Straßen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Ärger der Bürger über die Taktungen der Anlagen im Stadtgebiet ist groß. Das TBZ zeigt Verständnis für die Reaktionen der Verkehrsteilnehmer.

von
erstellt am 20.Feb.2015 | 05:30 Uhr

Flensburg | Sie hat es eilig. Mit schnellem Schritt überquert die Frau die Straße Süderhofenden auf Höhe der Nikolaistraße. Dabei schiebt sie einen im Rollstuhl sitzenden Mann vor sich her. Die Frau hat gerade einmal die Hälfte der Strecke hinter sich, als die Ampel auf rot umspringt. 16 Sekunden hat die Grünphase gedauert.

Ähnlich kurz ist sie an der Fußgängerampel am Zob oder für die Autofahrer an der Ecke Heinrichstraße/Friedrich-Ebert-Straße. Nur sechs Autos schaffen es nach der einminütigen Rotphase, die Ampel zu passieren. Zuvor haben sie ebenfalls rund eine Minute an der wenige Meter entfernt gelegenen Ampel an der Ecke Waitzstraße/Viktoriastraße gestanden.

Nicht nur an diesen Stellen sorgen die Ampel-Taktungen für Frust bei Fußgängern und Autofahrern. „Schiffbrücke, Norderhofenden, Süderhofenden und dann Friedrich-Ebert-Straße – da gibt es eine schöne rote Welle“, schreibt Günter Lange unserer Zeitung bei Facebook. „Ganz penetrant ist die neue Kreuzung am Citti-Markt“, meint Henning Rolapp. „Die wird einfach rot, obwohl weder Querverkehr noch Fußgänger dort sind.“ Und Sandra Rath sagt: „Ganz Flensburg ist ein Ampelchaos.“

TBZ: Keine Willkür bei Ampel-Schaltungen


Dies sieht das für die Ampelschaltungen im Stadtgebiet zuständige Technische Betriebszentrum (TBZ) naturgemäß anders, räumt aber durchaus Verbesserungsbedarf ein. „Wir nehmen jeden Einwand der Verkehrsteilnehmer ernst und sind auch auf solche Verkehrsbeobachtungen angewiesen, um Fehler oder falsche Abläufe der Lichtsignalanlagen zu erkennen“, sagt TBZ-Sprecher Ralf Leese auf Nachfrage unserer Zeitung.

Allerdings seien die Ampel-Taktungen keineswegs willkürlich, sondern wird der Verkehr auf den stärker befahrenen Straßen bevorzugt. Da das Verkehrsaufkommen der einzelnen Kreuzungen und Einmündungen schwanke und die Abschnitte dazwischen unterschiedlich lang sind, sei es nicht immer möglich, eine grüne Welle zu gewährleisten. „Je nach Tageszeit wird dann die Richtung bevorzugt, in der die meisten Fahrzeuge fahren.“

Neu-Taktung käme Stadt teuer zu stehen

 

Viel befahren ist auch die Osttangente – und besonders deren Ampelschaltungen sorgen bei den Flensburger Autofahrern für Unmut. „Die Osttangente ist schrecklich“, meint Sören Groth. Nach welchem Prinzip die Ampeln dort tagsüber getaktet sind, konnte Leese gestern nicht beantworten. Zwischen 22 und 5.30 Uhr schalten die Ampeln nur auf rot, wenn ein Fahrzeug aus einer Einmündungsstraße kommt.

Eine Änderung der Taktungen ist nicht ohne Weiteres möglich. „Die Osttangente wird vom TBZ und uns zusammen verwaltet, Änderungen können nur gemeinsam entschieden werden“, sagt Wolfgang Struckmann vom Flensburger Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr. Bislang seien nur wenige Beschwerden von Verkehrsteilnehmern eingegangen, wie Struckmann und Leese berichten. Der TBZ-Sprecher ergänzt: „Für eine gesamte Überplanung einer Strecke mit Änderung der Umlaufzeiten und damit der Signalprogramme ist mit Kosten im hohen vierstelligen Bereich pro Signalanlage zu rechnen.“
 

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