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Stadtverkehr : Am Hohlweg lauert jeden Morgen die Gefahr

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neue Serie benennt Risikopunkte im Flensburger Straßenverkehr: Beispiel Glücksburger Straße

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2013 | 08:31 Uhr

Was macht eine Straße zum Risiko- oder Gefahrenschwerpunkt? Das Technische Betriebszentrum (TBZ) der Stadt orientiert sich an den Unfallzahlen der Polizeistatistik. Weitere handfeste Kriterien fehlen. Eine Straße wird wohl erst dann gefährlich, wenn sich binnen kurzer Zeit mehrere Unfälle ereignen oder diese besonders schlimm ausgehen. Dennoch gibt es Punkte im Flensburger Straßenverkehr, von denen erhöhte Gefahren ausgehen. Drei davon stellen wir in einer Serie vor. Zum Start: Glücksburger Straße.

Die Sonne geht gerade auf, Kinder laufen lachend den Bürgersteig entlang. Ein Stadtbus schlängelt sich zügig die schmale Straße hinauf, Männer in orangefarbenen Uniformen schieben Mülltonnen zu ihrem sperrigen Fahrzeug: Rush-Hour an der Glücksburger Straße – Höhe Hohlwegschule.

Gerade morgens sowie zur Mittagszeit sind an dieser Stelle viele Grundschulkinder unterwegs, meist ohne Begleitung. Dann wird der schmale Bürgersteig zur Gefahrenstelle, da dieser auf Seite der Hohlwegschule an seiner breitesten Stelle 1,50 Meter breit ist. Doch damit nicht genug: Wegen Mülltonnen, parkender Autos oder Treppenabsätzen bleibt Fußgängern an etlichen Stellen weniger als ein Meter. Ein Vater, der lieber nicht genannt werden will, beschwert sich: „Der Bürgersteig wird häufig von parkenden Autos oder Sperrmüll sogar vollständig versperrt, wodurch Fußgänger an diesen Stellen auf die Straße ausweichen müssen.“

Die Geschwindigkeit in der Tempo-30-Zone wird vielfach von Autofahrern überschritten. Sie weichen oft sogar auf den Bürgersteig aus, der keinen Höhenunterschied zur Straße aufweist.

„Die Situation an dieser Stelle ist eine Katastrophe“, sagt Katja Piper, deren Tochter die Hohlwegschule besucht. Wenngleich es Schülerlotsen gebe und die Polizei die Schüler im Rahmen der Verkehrserziehung sensibilisiere, hat Katja Piper stets ein mulmiges Gefühl. „Ich habe immer Angst, wenn sich meine Tochter auf den Weg zur Schule begibt.“ Die Schulleitung habe augenscheinlich bereits auf die Gefährdung reagiert und untersage ihren radfahrenden Schülern, die Glücksburger Straße als Schulweg zu nutzen.

Schulleiterin Marlis Fenner hat sogar das Hauptportal gesperrt, das direkt auf die Glücksburger Straße führt: „Die Verkehrssituation hier ist schon prekär“, findet sie.

Für Katja Piper und weitere Beobachter gibt es jedoch eine sehr einfache und kostengünstige Möglichkeiten, den Schulweg sicherer zu machen. So könnte das Parkverbot auf dem Abschnitt von der Hohlwegschule bis zur Mommsenstraße schlicht auf die andere Straßenseite verlagert werden. Der Vorteil: Der Gehweg auf der linken Seite ist durchweg breiter, teilweise fast doppelt so breit. Zudem ist diese Seite wesentlich weniger frequentiert. Zusätzlich wären die Fußgänger auf Seiten der Hohlwegschule durch die parkenden Autos vor dem Verkehr geschützt.

Alternativ könnte der Bürgersteig im Zuge einer baulichen Maßnahme erhöht oder durch Pfosten abgegrenzt werden – beides ist allerdings deutlich teurer und lässt sich nicht so leicht verwirklichen.

Welche Maßnahme umgesetzt wird, ist Katja Piper egal. Hauptsache es ändert sich überhaupt etwas: „Wenn hier geschubst wird, landet ein Kind vor dem Bus!“

Nächste Folge: Rathausstraße

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