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Flensburger Tageblatt

16. August 2017 | 15:38 Uhr

Am Hafen sitzen und Weißwein trinken

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Warum verbringen jährlich rund sieben Millionen Touristen ihren Urlaub in Flensburg? Das Tageblatt hat einige befragt

Sieben Millionen Gäste im Jahr besuchen die Fördestadt an der deutsch-dänischen Grenze. Mit 230 Millionen Euro Umsatz, die sie vor Ort erzeugen, sind ein nicht unbedeutender Faktor für die lokale Wirtschaft. Doch was zieht die Menschen hierher? Was gefällt ihnen an der Stadt?

Die meisten Gäste kommen sicher aus dem nördlichen Nachbarland. „Wir Dänen kommen nach Flensburg, um einzukaufen“, sagt Ole Nissen (71). Der pensionierte Ingenieur aus Sonderburg ist mit seiner Frau Ilse (71) für einen Tagesausflug gekommen. Er kann sich aber auch für die Stadt an sich begeistern. „Es ist fantastisch, am Hafen zu sitzen, zu essen und deutschen Weißwein zu trinken.“

Familie Hömer aus Eggermühlen bei Osnabrück ist eine ganze Woche in einer Ferienwohnung in Munkbrarup untergekommen. Die Vier waren vor drei Jahren schon einmal hier und kommen gerne wieder, weil ihnen Stadt und Umgebung gut gefallen. „Die Landschaft ist interessanter als anderswo an der Ostsee“, sagt Stefanie (44), die Mutter der beiden Kinder Laura (15) und Carlo (12). Es sei für sie nicht so weit zu fahren, gleichzeitig sei man aber am Meer und in kürzester Zeit in Dänemark, erklärt Familienvater Hermann (46).

Der Flensburger Hafen gefällt vielen der Befragten besonders. Für Tynke (51) und Hidzr (56) van der Heide ist er jedoch auch Unterkunft. Die zwei Aussteiger sind mit ihrem Motorsegler am 1. Mai in ihrer niederländischen Heimat aufgebrochen und besegeln seitdem Nord- und Ostsee. „Man muss Zeit haben, um hierher zu kommen“, sagt Hidzr. Denn die Flensburger Förde geht recht tief ins Landesinnere ein. Auch der Wind müsse stimmen, damit man nicht allzu lange braucht, um den Hafen zu erreichen, gibt der pensionierte Marineoffizier zu bedenken. Den beiden gefallen der Hafen und die Altstadt sehr gut. „Wir sind überrascht, wie ruhig es hier am Hafen ist“, sagt Tynke. Es gebe viele schöne alte Häuser, und besonders beeindruckt habe sie die Marineschule, die sie bei der Einfahrt in den Hafen bewundert haben. Die gegenüber gelegenen Industrieanlagen fanden sie allerdings nicht so einladend.

Anna Niessen (24) und Carina Bungard (27) haben sich im Bachelor-Studium der Sportwissenschaften kennen gelernt. Nun wohnen sie zwar auf unterschiedlichen Kontinenten, verbringen jedoch ein paar Tage ihrer Semesterferien gemeinsam in der Ferienwohnung eines Bekannten in Ahneby.

Nach Flensburg sind sie für einen Tagesausflug gekommen, um zu shoppen und sich die Altstadt anzusehen. Die gefällt ihnen besonders gut: „Wir mögen, dass es hier so viele alte Gebäude gibt“, sagt Carina, die heute in Missouri studiert. Auch finden sie den lokalen Flensburger Dialekt lustig. Beeindruckt sind sie von der Menge an Quallen im Hafen. „Sind die gefährlich? Sind das Feuerquallen?“, fragen sie.

Die Umfrage zeigt beispielhaft, was auch die Zahlen der Flensburger Tourismusagentur belegen: Es kommen zwar viele Gäste gerne nach Flensburg, aber die meisten sind Tagesausflügler.

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