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Internationaler Gedenktag : Am Frauentag sind Männer zweitrangig

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Flensburger Frauenforum hat zum 8. März ein buntes Programm auf die Beine gestellt. Dieses reicht von Vorträgen, Filmvorführungen und Gottesdiensten bis zu Infoständen und Verteilaktionen.

shz.de von
erstellt am 04.Mär.2015 | 12:15 Uhr

Flensburg | „Die Arbeitsbedingungen für Frauen sind weltweit katastrophal“, sagt Ute Morgenroth vom Vorstand des Flensburger Frauenforums. Damit bezieht sie sich unter anderem auf die zahlreichen Näherinnen, die für bekannte Marken Kleidungsstücke produzieren – für einen geringen Lohn und unter unmöglichen Bedingungen. Dieses Thema, das viele Menschen bewegt, ist Teil der Veranstaltungsreihe, die das Frauenforum anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März auf die Beine gestellt hat.

Dass es diesen Tag überhaupt gibt, ist einem bestimmten Ereignis geschuldet: Im März 1911 kamen 146 Frauen und Mädchen in einer New Yorker Textilfabrik ums Leben. Die Ausgänge waren verschlossen. Dieses Ereignis sorgte für Protestmärsche der Näherinnen, die durch die Straßen zogen und „Wir wollen Brot und Rosen“ sangen: Brot, um ein Leben ohne Hunger zu führen und Rosen, um die Schönheit des Lebens zu genießen. Das Lied wurde zum Symbol der proletarisch-sozialistischen Frauenbewegung. Am 8. März streikten in St. Petersburg die Arbeiter- und Soldatenfrauen des armen Stadtteils Wyborg und lösten damit die Februarrevolution aus. Im Gedenken an die Frauen, die überall auf der Welt für ihre Rechte gekämpft haben, wurde der 8. März als internationaler Gedenktag eingeführt, 1975 erkannten ihn die Vereinten Nationen als Internationalen Frauentag an.

Ute Morgenroth und Perke Heldt, DGB-Regionssekretärin, greifen morgen das Thema der Textilproduktion von 10.30 bis 12 Uhr im Café 50 Plus im Gemeindehaus St. Johannis, Johanniskirchhof 21. Die beiden beschäftigen sich mit der Frage, wie die Arbeitsbedingungen der Näherinnen verbessert werden können. „Es geht nicht um Boykott, das hilft niemandem“, sagt Ute Morgenroth. Vielmehr käme es darauf an, die Arbeitsbedingungen vor Ort zu verändern.

Wie in jedem Jahr organisiert das Frauenforum auch jetzt einen Infostand, der am Sonnabend, 7. März, im Förde Park aufgestellt wird. Thematisch geht es um Teilzeitarbeit und Minijobs. Dabei verteilen die Frauen Rosen aus Marzipan und Infokarten an Verkäuferinnen und Kassiererinnen. Mit den Karten wollen sie diese über die Situation in Flensburg aufklären, was Minijobber betrifft. Weibliche Minijobber bekommen zum Beispiel 539 Euro Rente im Monat, männliche 1025 Euro. Ute Morgenroth und ihre Vorstandskollegin Christa Iversen gefällt bei dieser Aktion besonders, dass sie mit vielen Menschen ins Gespräch kommen. Sie hätten es auch erlebt, dass einige Verkäuferinnen einen Infozettel im Pausenraum auslegen, um später mit anderen Mitarbeiterinnen darüber zu sprechen.

Gut angenommen werden auch das internationale Frauenfrühstück und das internationale Frauenfest. Zum Frühstück treffen sich Frauen am Mittwoch, 11. März, von 10 bis 12 Uhr in der Anlauf- und Beratungsstelle „die Treppe“ im Heiligengeistgang 4-8. Das Frauenfest findet am 14. März im Flensborghus, Norderstraße 74-76, statt. Anna Dimitriou von der griechischen Frauengruppe erzählt, dass dieses schon seit elf Jahren angeboten wird. Jedes Jahr gibt es kulinarische Spezialitäten und traditionelle Tänze aus einem Land – in diesem Jahr aus Persien. „In Flensburg leben 130 verschiedenen Nationalitäten“, sagt Dimitriou. Da ist es nicht überraschend, dass sich auch das Frauenforum zur Initiative „Für ein buntes Flensburg“ bekennt.

Kinofans kommen in den nächsten zwei Wochen auch auf ihre Kosten. Vom 5. bis 11. März läuft der Film „Café Olympique“ jeweils um 18 Uhr im „Kino 51 Stufen“ im Deutschen Haus. Vom 12. bis 18. März wird dort „Die Wolken von Sils Maria“ gezeigt. Der Gottesdienst am Sonntag, 8. März, ab 10 Uhr in der St.-Johannis-Kirche thematisiert das Frauenrecht: „aufrecht.stehen.bleiben – ein Anfang“.

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