Stadtplanung in Flensburg : Altstadt-Sanierung stellt Verkehrsfrage

Blick über den Neumarkt und den Berliner Platz zum Deutschen Haus.
Blick über den Neumarkt und den Berliner Platz zum Deutschen Haus.

Mit der Innenstadt-Modernisierung geht es auch um Straßenführung und Parken – besonders zwischen Südermarkt und Neumarkt

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09. Juni 2018, 07:13 Uhr

Zum knapp 40 Millionen Euro schweren Sanierungsprojekt „Westliche Altstadt“ gehört nicht weniger als das komplette Herz der City zwischen Deutschem Haus und Neumarkt im Süden und Eckener-Haus und der Neuen Straße (Verlängerung Toosbüystraße) im Norden. Von den fast 500 Gebäuden im Gebiet weisen nach den vorbereitenden Untersuchungen der Planungsbüros Complan (Potsdam) und Urbanus (Lübeck) allein 267 Häuser einen mittleren bis hohen die restlichen 225 einen geringen Sanierungsbedarf auf.

Um die Innenstadt weiter attraktiver zu machen und zugleich dem wachsenden Wohndruck zu begegnen, geht es dabei auch um die Fragen, wie mehr Obergeschosse über den Laden- und Restaurantzeilen vor allem an Holm und Großer Straße sowie ihre Hinterhöfen wieder zu Wohnungen werden können. Keine 2000 Einwohner zählt das fast 30 Hektar große Gebiet heute.

„Zum Teil sind in den Häusern die Treppen zu den oberen Etagen ausgebaut, so dass man sie gar nicht mehr erreichen und nutzen kann“, berichtete Hathumar Drost von der Kommunalberatung Complan diese Woche bei der Bürgerversammlung im Technischen Rathaus. Viele Hofgebäude stehen leer. Gravierendstes Beispiel ist der Dietrich-Nacke-Hof an der Großen Straße 48. Die Hälfte der rund 100 Flensburger Hofensembles liegt im Sanierungsgebiet.

Die Leerstandsquote wird im Complan-Bericht mit zehn Prozent angegeben. Andererseits berichten 26 Prozent der Inhaber von Leerständen. 44 Gebäude im Gebiet stehen komplett leer.

Die Handlungsempfehlungen von Complan dürften neben der Modernisierung von Eckenerhaus und Deutschem Haus auch Umgestaltungen mit größeren Diskussionen nach sich ziehen. Dabei geht es unter anderem um eine Neugestaltung im Bereich der C&A-Immobilie samt Angelburger Straße, den Südermarkt und die Dr. Todsen-Straße samt des Auto- und Busverkehrs zwischen Südermarkt und Neumarkt, die Friesische Straße, Süder- und Nordergraben sowie den Marienkirchhof. Ein Kern der Überlegungen wird den Südermarkt betreffen. Verkehrsplaner Stefan Luft von Urbanus wollte nicht empfehlen, den kompletten Verkehr von Südermarkt und Dr. Todsen-Straße Richtung Neumarkt zu verlegen, riet aber, sich den illegalen Kfz-Verkehr und das wilde Parken auf der unteren Angelburger Straße etwas näher anzusehen.

Im Fokus der Verkehrsplaner ist auch der komplette Neumarkt sowie der Berliner Platz, also der heutige Parkplatz am Deutschen Haus. Die Planer ahnen, dass Eingriffe in die Verkehrsführung und Parkraum hier schnell zur Akzeptanzfrage werden könnten. Dennoch findet Planer Drost: „Man muss dem Deutschen Haus und dem Umfeld seinen historischen Wert wieder geben.“

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