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Besuch aus Kiel : „Alte Post“: Landesgeld für Hotelbau

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wirtschaftsminister Meyer übergibt Scheck mit 787 315 Euro / Besuch im Carebyphone-Callcenter anlässlich der 1001. Mitarbeiterin

shz.de von
erstellt am 26.Aug.2014 | 12:55 Uhr

Die Handwerker sind fleißig in der „Alten Post“ – und so dekoriert dezenter Baulärm im Atrium die Worte von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer. Der war anlässlich der offiziellen Übergabe eines Bescheids über 787 315 Euro Landes-Fördermittel gekommen: „Ich bin als Wirtschaftsminister auch für den Tourismus zuständig, einer der Schwerpunkte liegt auf dem Städtetourismus“, so Meyer. „Ich bin froh, dass es Investoren für die Alte Post gibt, die das Haus im Innenstadtbereich einer neuen Nutzung zuführen.“ Er wolle sich vorsichtig ausdrücken, der Hotelbau sei „kein einfacher Prozess in der hiesigen Kommunalpolitik“, sagte der Wirtschaftsminister in Anspielung auf mehrere gescheiterte Hotelbauvorhaben in den vergangenen Jahren. Meyer betonte, dass Flensburg dringend größere Hotelkapazitäten in der Innenstadt brauche. „Und dieses Hotel wird nicht reichen. Es hat eine Vorreiterrolle, aber es muss weitergehen.“

„Wir sind froh über die Möglichkeit, hier ein so schönes Hotel bauen zu können“, sagte Teit Meier Hansen, Geschäftsführer der „Alten Post“. Die Investitionssumme betrage insgesamt 5,7 Millionen Euro, der Umbau des alten Hauses sei nicht immer einfach. 75 Zimmer werde man den Kunden bei der Eröffnung am 15. Januar 2015 als Drei-Sterne-Superior-Hotel anbieten können, dazu kämen unter anderem Tagungssäle für bis zu 120 Menschen sowie ein Restaurant mit Bar. „Wir schaffen hier 44 Vollzeit-Arbeitsplätze, es können aber auch mehr werden“, so Meier Hansen. Er erhofft sich durch Einsparungen in der Administration und steten Austausch über Kapazitäten einen Synergieeffekt mit dem ebenfalls betriebenen Strandhotel Glücksburg. Dort habe man etwa einen Saal für bis zu 200 Menschen. Wenn sich zukünftig Gruppen um die 100 Menschen melden würden, könnte man sie auch in der „Alten Post“ unterbringen.

Zur Lösung des Problems nicht vorhandener eigener Parkplätze sei man in Verhandlungen mit dem Parkhaus an der Speicherlinie sowie mit dem derzeit neu entstehenden Karstadt-Parkhaus. Meier Hansen gibt sich optimistisch: „Wir brauchen 70 bis 100 Plätze über Nacht, da sollten Kapazitäten vorhanden sein, das sind ja ganz andere Zeiten als die der Karstadt-Kunden.“
 

Bereits vor seinem Besuch in der „Alten Post“ war Wirtschaftsminister Reinhard Meyer zu Gast beim Carebyphone-Callcenter – anlässlich der Einstellung der insgesamt 1001. Mitarbeiterin des Unternehmens der Aye Media Marketing Group (AMMG) mit 400 Mitarbeitern in Flensburg sowie weiteren Sitzen in Husum, Lübeck und Wuppertal. Callcenter hätten durch sehr wenige unseriöse Unternehmer völlig zu Unrecht ein negatives Image, so Meyer. „Aber die Arbeit hier hat sehr viel mit Kundenservice zu tun. Es geht um das Überzeugen mit Serviceleistungen, und das setzt eine gute Ausbildung voraus.“ Das Unternehmen zeige mit seinem Engagement, dass es in den Standort Schleswig-Holstein vertraue und setze besonders durch seinen Husumer Ableger Carebyphone Integration Maßstäbe bei dem Thema Inklusion. „Es geht, wenn man dafür bestimmte Voraussetzungen schafft.“ Der Flensburger Oberbürgermeister Simon Faber bezeichnete AMMG als „wichtigen Wirtschaftsfaktor“ in der Stadt. „Ich freue mich über diese Entwicklung, das ist ein positives Zeichen“, sagte Faber. Dienstleistungen würden zunehmen, dies sei ein Bereich, den der Wettbewerb sehr stark präge und daher eine Frage der Qualität. AMMG-Geschäftsführer Martin Aye kündigte die Schaffung weiterer 100 Arbeitsplätze an – insbesondere in Flensburg. Bezogen auf das Thema Mindestlohn hob Aye hervor, dass sein Unternehmen bereits seit Jahren über dem kommenden Mindestlohnsatz zahle. „Wenn Menschen von ihrer Arbeit nicht leben können, hat das keine Zukunft.“ Das Unternehmen werde ab 2015 deutlich über dem Mindestlohn zahlen.


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