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Heinrich-Sauermann-Preis : Alte Handwerkskunst im modernen Gewand

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vier junge Holzbildhauer wurden auf dem Museumsberg mit dem Heinrich-Sauermann-Preis ausgezeichnet.

shz.de von
erstellt am 23.Jan.2016 | 12:00 Uhr

Flensburg | „Reise und Aufbruch“ – bei diesem Thema denkt man sofort an einen wohlverdienten Urlaub oder auch an den Anfang eines neuen Lebensabschnitts. Auch die elf Schüler der Klasse BFBi 13 der Berufsfachschule für Holzbildhauerei haben sich während ihres Projekts mit dem Thema auseinandergesetzt und ihre Idee in einer Plastik dargestellt. Die besten vier Arbeiten wurden gestern im Hans-Christiansen-Haus auf dem Museumsberg mit dem Heinrich-Sauermann-Preis ausgezeichnet.

Zwei erste Preise (je 750 Euro), einen dritten Preis (500 Euro) und einen Anerkennungspreis (150 Euro) gab es bei der sechsten Ausgabe des Wettbewerbs. Den ersten Platz, der mit je 750 Euro dotiert ist, belegten Aron Wittich und Benjamin Dalcke. Julia Maria Kauth, belegte mit ihrer Vogel-Formation „V“ den dritten Platz, Weda Josephine Poppinga bekam den Anerkennungspreis. Wittich überzeugte die fünfköpfige Jury mit seiner Arbeit „Flut“. Aus seinem Holzblock schnitzte er das Meer mit wogenden Wellen und einem Flüchtlingsboot, dessen Insassen sich auf den Weg in eine ungewisse Zukunft machen. Thomas Deckert, Leiter der Fachschule für Technik und Gestaltung sowie der Berufsfachschule für Holzbildhauerei, erklärt, dass die Arbeit des jungen Künstlers „durch die gekonnte minimalistische und realistische Darstellung des Meeres sowie die Proportion des Flüchtslingsbootes“ überzeugten. Wittich selbst hat nicht lange überlegen müssen, wie sein Werk aussehen soll. „Ich hatte die Idee im Kopf“, sagt er. Zwei Monate lang hat er an der Umsetzung gearbeitet, an insgesamt drei Tagen pro Woche.

Deckert erklärt, dass der Wettbewerb Ende September mit drei intensiven Tagen zur Ideenfindung beginnt. Sobald der Entwurf Anfang November gezeichnet und modelliert ist, startet die Phase der Umsetzung. Häufig gestalten die Schüler ihre Plastiken auch farbig. Neben der Schnitzarbeit haben die Schüler je eine grafischen Arbeit zum eigenen Thema als Holzschnitt oder Radierung erstellt.

Weda Josephine Poppingas Plastik mit dem Titel „Was hält mich fest?“ zeigt, dass die 18-Jährige ihre Arbeit genau konzipiert hat. Sie stellt den Aufbruch, mögliche Widerstände und die Frage nach der Unterstützung, wenn jemand in der Luft hängt, dar. Dass die Karlumerin (Kreis Nordfriesland) die Holzbildhauerschule besucht, hat verschiedene Gründe. „Als Kind war ich sehr schüchtern und habe viel gezeichnet“, erinnert sie sich. Außerdem wollte sie gern in der Nähe ihres Heimatortes bleiben.


Die Arbeiten der elf Schüler werden vom 18. bis 28. Februar im „modul 1“ in der Roten Straße ausgestellt.

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