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Flensburger Tageblatt

17. August 2017 | 10:04 Uhr

Als Peer Augustinski Flensburger war

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Schauspielerin Renate Delfs erinnert sich an die gemeinsame Zeit mit dem verstorbenen Kollegen an der Niederdeutschen Bühne

„Er war ein so charmanter Kerl, begabt, beliebt, ein wahrer Goldjunge.“ So schwärmt die Flensburger Autorin und Schauspielerin Renate Delfs von ihrem Kollegen Peer Augustinski (Foto), der am vergangenen Freitag im Alter von 74 Jahren in Köln verstarb. Was kaum jemand weiß: Der Schauspieler, Comedian und Synchronsprecher (Robin Williams) war von 1968 bis 1970 an den Städtischen Bühnen in Flensburg engagiert.

Unter der Intendanz von Benno Hattesen war seinerzeit die Niederdeutsche Bühne in das jetzige Landestheater integriert. Kostüm und Maske wurden munter ausgetauscht, und selbst die Schauspieler rochierten. Auch Peer Augustinski. Das erste Stück, in dem Renate Delfs mit dem damals 28-Jährigen gemeinsam auf der Bühne stand, trug den Titel „De Reis na Helgoland“ – mit weiteren Darstellern wie Hein Morf, Peter Nissen, Mariechen Eichhorn und Hinnerk Todt. „Eine Komödie mit ordentlich Krawall“, wie Renate Delfs erinnert. Die heute 89-Jährige war hingerissen von Peer Augustinski: „Er hatte eine enorme Ausstrahlung, war durch und durch Komödiant, mit dem das Ensemble auch privat sehr lustige Abende verbracht hat.“

In der Spielzeit 1969/70 inszenierte Augustinski „Das Veilchen von St. Pauli“. Einer der dafür von ihm ausgewählten Mimen war der Chef des Hauses – Benno Hattesen. Turbulenteste Szene: Eine handfeste Schlägerei, die darin gipfelte, dass der unterlegene Kontrahent sich schließlich an einem Kleiderhaken hängend wiederfand. Die Zähne hatte er bei der Prügelei verloren, er spuckte sie nach und nach aus. „Natürlich nicht die echten“, sagt Renate Delfs und schmunzelt, „der Regisseur hatte die Idee, dafür weiße Bohnen einzusetzen.“

Dann verließ Augustinski die Fördestadt und wurde in den Siebziger Jahren durch die Comedy-Serie „Klimbim“ bekannt. „Er war sich eben für nichts zu schade“, sagt Renate Delfs, die telefonisch Kontakt mit ihrem Kollegen hielt – auch als es nach einem Schlaganfall ruhiger um ihn wurde. Am Anfang habe er versucht, es zu überspielen, „aber das Gehen und Sprechen fiel ihm schwer. Es war schon traurig.“ Sie sinniert: „Jetzt denke ich manchmal, hätten wir doch öfter mal miteinander geschnackt.“ Op platt, versteht sich.

Peer Augustinus Witwe Gisela Ferber (71) wird sie ihr Beileid in einem Briefausdrücken. „Sein Tod hat mich wirklich tief berührt.“

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erstellt am 08.Okt.2014 | 12:20 Uhr

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