zur Navigation springen

Wiedersehen : Als die Kadetten auf Kohlebooten fuhren

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ehemalige Crew 4/58 der Marineschule Mürwik zu Besuch im Verlagsgebäude an der Fördestraße

Es war eine ganz besondere Gruppe, die gestern der Redaktion des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages einen Besuch abstattete. Die Crew 4/58 war vor 56 Jahren eine der ersten Ausbildungsgruppen an der wiedereröffneten Marineschule Mürwik. Von den einst 140 Crewmitgliedern trifft sich ein großer Teil immer noch alle zwei Jahre im größeren Rahmen. Mit Blick aus dem großen Konferenzraum im Verlagsgebäude auf ihre frühere Ausbildungsstätte gegenüber informierten sich die rund 20 Damen und Herren über den Alltag der Redaktion, über das Zeitungsmachen im Lokalen und Überregionalen, nahmen an zwei Konferenzen teil, stellten viele Fragen und übten auch Kritik.

„Da haben sie uns früher immer ’rum gescheucht“, sagte Konrad Bürger, der der Marine bis 1998 angehört hatte. Er meinte den Sportplatz der Marineschule Mürwik. „Das war ein toller Sommer 1959“, erinnerte er sich. Die Crew hatte im April 1958 in Glückstadt ihre Ausbildung begonnen und war dann erst später nach Flensburg gekommen. Die Marineschule stand damals unter dem Kommando von Flottillenadmiral Hubert Freiherr von Wangenheim. „Damals war noch die Pädagogische Hochschule in dem Gebäude“, berichtet Konrad Bürger weiter. „Da durften wir aber nicht ’rein“, fügte er mit einem Schmunzeln hinzu, „strenges Zutrittsverbot“. Die Studenten an der PH waren überwiegend weiblichen Geschlechts, die Crewmitglieder zu 100 Prozent Männer.

Die Crew 4/58 war die letzte, die ihre Ausbildungsfahrt noch nicht auf der „Gorch Fock“ machen konnte, weil das Schiff erst in diesem Jahr gebaut wurde. Stattdessen fuhren die Kadetten auf Minensuchern aus dem Zweiten Weltkrieg, sogenannten Kohlenbooten, die mit Dampfturbinen angetrieben wurden. Die Boote hatten Namen wie „Seestern“, „Seelöwe“, Seeigel“ oder „Seeschlange“. Die Ausbildungsfahrten gingen ins Mittelmeer, „das waren richtig große Reisen damals“, erinnert sich Uwe Petersen an eine Zeit, als die Deutschen noch nicht im Urlaub um die Welt flogen.

 

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 05.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen