Handewitt : Alles über Schürzen – im Dorfmuseum

 „Schürzen zu allen Anlässen aus der guten alten Zeit“ zeigt das Dorfmuseum Handewitt: Die Vorsitzende des Museumsfördervereins, Käte Petersen (r.), mit Ursula Oppermann und Anne Reitz (l.).
„Schürzen zu allen Anlässen aus der guten alten Zeit“ zeigt das Dorfmuseum Handewitt: Die Vorsitzende des Museumsfördervereins, Käte Petersen (r.), mit Ursula Oppermann und Anne Reitz (l.).

Die Ausstellung über kulturelle und sozialhistorische Facetten ist noch bis September in Handewitt zu sehen.

shz.de von
15. Mai 2017, 12:28 Uhr

Für manchen Zeitgenossen mögen Schürzen etwas völlig Banales sein. Das Handewitter Dorfmuseum hingegen tritt derzeit den Beweis an, dass dieses Kleidungsstück interessante kulturelle und sozialhistorische Facetten kennt. Es hat eine Sonderausstellung zusammengetragen. Ihr Titel: „Schürzen zu allen Anlässen aus der guten alten Zeit“. Das älteste Stück stammt von 1900. Rund 50 weitere Exponate, allesamt aus der Region, ermöglichen eine eher ungewöhnliche Zeitreise durch weite Teile des 20. Jahrhunderts.

Ganz klassisch banden sich Frauen die Schürze vor den Bauch, um bei Arbeiten im Haushalt, im Garten oder auf dem Feld Schmutz von der Kleidung abzuhalten. Doch daraus entwickelte sich mehr, wie Käte Petersen, Vorsitzende des Dorfmuseum-Fördervereins, erklärt: „Es gibt Schürzen für jeden Anlass. In reicheren Familien waren sie besonders bestückt und wurden sogar zum Prestige-Objekt.“

Auch Schürzen mit eingenähtem Beutel für Wäscheklammern waren keine Seltenheit. In der Ausstellung finden sich weiße und feindekorierte Varianten zum Servieren an der Kaffeetafel sowie ein Unikat ganz in schwarz – für eine trauernde Witwe.

Die Ausstellung ist bis Ende September jeden Sonnabend von 15 bis 17 zu besichtigen. Das Dorfmuseum auf dem Kirchberg öffnet ferner jeden zweiten Donnerstag im Monat (16 bis 18 Uhr) sowie auf Nachfrage für Gruppen seine Eingangstür. Zur Premiere der Ausstellung zählte das Dorfmuseum immerhin 30 Besucher.

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