Stadtgeschichte : Alles Theater – seit 1450

Die beiden Autoren: Dieter Pust beleuchtet die Geschichte, Brigitte Rosinski die Gegenwart des Theaters.
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Die beiden Autoren: Dieter Pust beleuchtet die Geschichte, Brigitte Rosinski die Gegenwart des Theaters.

Neues Buch zur Stadtgeschichte zeigt das Flensburger Bühnenleben in seiner ganzen Bandbreite. Morgen Präsentation im Rathaus

shz.de von
14. November 2013, 07:02 Uhr

Vor 563 Jahren wurde in Flensburg zum ersten Mal ein Bühnenstück aufgeführt. Es war ein Passionsspiel, Schauplatz war die Marienkirche. 1795 bauten sich die Flensburger zum ersten Mal ein Schauspielhaus; es hielt rund 100 Jahre. Heute wird auf vielen Bühnen Theater gespielt, sind die Grenzen zwischen den Genres fließend geworden, wird das Schauspiel auf vielerlei Art und Weise gefördert. Der neue Band der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte lüftet den Vorhang und richtet den Scheinwerfer auf das Theaterleben der Stadt.

Autorin Brigitte Rosinski hat mit allen Akteuren und Protagonisten gesprochen; sie nimmt keine Wertung vor: „Ich habe nicht Feuilleton gespielt.“ Der 136 Seiten starke Band mit Hardcover und vielen Fotos zeigt die ganze Breite des gegenwärtigen Bühnenschaffens in der Stadt. Breiten Raum nimmt naturgemäß die Entwicklung vom Stadttheater 1894 bis zum Landestheater unter seinem heutigen Intendanten ein. Elf kurze Kapitel widmen sich den Bereichen des Theaters von der Herrenschneiderei bis zum Generalmusikdirektor.

Doch der Leser lernt auch „Det lille Teater“ in der Marienstraße kennen, ebenso die Russisch-deutsche Bühne und das Improvisationstheater „Improgramm“. Ein Kapitel widmet sich dem Schultheater in all seinen Ausprägungen, auch die Theaterschule wird vorgestellt. Breiten Raum nimmt Flensburgs einziges freies Theater auf professionellem Niveau, die Theaterwerkstatt Pilkentafel, ein. Nicht fehlen dürfen in so einem Überblick die Niederdeutsche Bühne mit ihrer großen Tradition und die ebenfalls freie Broschmann & Finke Theater-Compagnie, die immerhin auch schon 17 Jahre auf dem Buckel hat.

„Wie alles begann“ erzählt Dieter Pust, schon häufig Autor in der Reihe stadtgeschichtlicher Schriften, in einem Abriss der Flensburger Theatergeschichte bis zum Bau des Stadttheaters. Da erfährt man zum Beispiel, dass Ibsens Drama „Nora“ seine deutsche Erstaufführung in Flensburg erlebte (6.2.1880). Über Jahrzehnte vergnügten sich die Flensburger im Tivoli, von denen es drei verschiedene gab. „Bisher war man nur von zweien ausgegangen“, so Pust. 1847 hatte der Gastwirt Hohl das erste gegründet, Vorbild war das große Tivoli in Kopenhagen. Zusammen mit seiner Frau Auguste bildete Hohl das Ensemble und spielte mit ihr, unterstützt durch ständig wechselnde Kostümierungen, sämtliche Rollen.

Morgen Abend zwischen 19 und 20 Uhr wird das Buch im Rathaus öffentlich präsentiert und kann für 14,90 Euro erworben werden. Mitglieder der Geschichtsgesellschaft erhalten es gratis als Jahresgabe.

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