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Jugendliche predigen : „Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten“

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ab Sonntag und bis Dezember predigen Jugendliche aus dem Kirchenkreis in ihren Gemeinden zum Thema Freiheit.

shz.de von
erstellt am 24.Sep.2015 | 14:30 Uhr

Flensburg | „Liebe und Freiheit können zusammen existieren“, wählt Franziska Jessen als einen zentralen Gedanken ihrer Predigt aus, die sie am 18. Oktober in der Versöhnungskirche Tarp halten wird. Das ist interessant, aber auch erstaunlich, denn Franziska ist erst 18 und macht derzeit ihr Abi am Alten Gymnasium Flensburg. Die Schülerin zählt zu den 15 jungen Leuten zwischen 15 und 22 Jahren aus dem Kirchenkreis, die in ihren Heimat-Gemeinden (siehe Info-Kasten) zeigen werden, dass Predigten alles andere als „staubtrocken“ sein müssen.

So lautet jedenfalls die Hoffnung der Initiatoren – Theaterpädagogin Saskia Behrmann, Stadtpastor Johannes Ahrens und Konfirmandenpastor Jörg Jeske. Seit Madonnas Hit „Papa, don’t preach“ habe sich das „Image der Predigt nur unwesentlich gebessert“, beobachten sie. Der Song ist von 1986.

Bei der Jugendkirche würden ohnehin die Jugendlichen predigen, erklärt Behrmann. Das war der Ausgangspunkt für das Vorhaben mit dem Ziel, „dass Jugendliche selbst zu Wort kommen und ihre eigenen Ansichten selbstbewusst vertreten“. Nach dem Muster „denken – inspirieren – schreiben“ bereiteten die jungen Leute mit Hilfe der „Profis“ ihre Predigten vor.

Die erste Etappe im März, ein Wochenende in Neukirchen, diente dem Einstieg ins Thema „Freiheit“. Damals seien Fragen beantwortet worden wie „Was macht eine gute Predigt aus?“ und „Wie schaffe ich es, dass meine Zuhörer nicht einschlafen“, erinnert sich Franziska Jessen. Ein „guter Impuls“, um über Freiheit nachzudenken, sei von der Reise nach Berlin ausgegangen, findet die Schülerin. Dort haben die Teilnehmer „spezielle Orte für Freiheit und Unfreiheit“ aufgesucht, erzählt Saskia Behrmann, darunter das Mauermuseum. Jessen nennt den Karneval der Kulturen und eine Freikirche als Gelegenheiten, bei denen die Norddeutschen intensiv mit anderen Menschen ins Gespräch gekommen seien.

Schließlich wählten die jungen Leute aus vier Bibeltexten einen aus, der Grundlage ihrer Predigt werden soll und ihnen feierlich als Papierrolle überreicht wurde. Franziska Jessen hat sich für Paulus entschieden und kennt den Text fast auswendig, der mit den Worten beginnt „Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten“. In der Schreibnacht vor wenigen Tagen feilten die Nachwuchs-Prediger an ihren Texten.

Besonders werden die Predigten schon allein dank der verschiedenen Formen; die reichten vom Brief bis zum Poetry Slam, zählt die Theaterpädagogin Behrmann auf. Einen Zusammenschnitt der Predigten werde es geben, wenn die Debütanten am 27. September um 10 Uhr beim Aussendungsgottesdienst in St. Michael in Flensburg für ihren Dienst gesegnet werden.

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