Alles hängt am "Weißen Riesen"

Standhaft: Jetzt gibt es sogar Pläne, das Hochhaus wieder zu „besiedeln“. Foto: Marcus Dewanger
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Standhaft: Jetzt gibt es sogar Pläne, das Hochhaus wieder zu „besiedeln“. Foto: Marcus Dewanger

Stadtteilzentrum, neue Häuser, Sanierung: Die Neue Lübecker hat viele Ideen für das Mürwiker Quartier Wasserloos. Bedingung für Investitionen in Höhe von über 50 Millionen Euro ist jedoch, dass sich auf dem Hochhaus-Grundstück etwas bewegt.

shz.de von
22. Januar 2009, 08:28 Uhr

Flensburg | Der "Weiße Riese" steht und steht und wankt noch nicht einmal. Jetzt gibt es sogar eine Option auf eine Wiederbelebung des ungeliebten Hochhauses an der Ecke Schottweg/Wasserlooser Weg. Das berichtete Thomas Köchig, Vorstandsvorsitzender der Neuen Lübecker Wohnungsbaugenossenschaft am Dienstag im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Planen (SUPA).

Köchig schloss aus, dass sein Unternehmen in das seit Jahren leer stehende Gebäude investieren werde. Es gebe jedoch Interessenten, die sich dort nach einer grundlegenden Sanierung ein Ärzte-Zentrum in den unteren Geschossen und darüber Betreutes Wohnen vorstellen könnten. Noch habe er jedoch keinen Zugriff auf das Gebäude, da der mit Lidl abgeschlossene Kaufvertrag bis März gültig sei. Die Stadt hatte, wie berichtet, den Lidl-Plänen für das Grundstück nach monatelanger kontroverser Diskussion am Ende eine Absage erteilt.

Dennoch bleibt das Areal, das an drei Seiten von verkehrsreichen Straßen begrenzt wird, für die Neue Lübecker ein Schlüssel-Grundstück. Denn ohne einen Verkauf an Dritte oder an die Stadt werde sein Unternehmen im Quartier Wasserloos kein Geld in die Hand nehmen, machte Köchig klar.

Dabei sehe er durchaus Handlungsbedarf. Dem Quartier mangele es an Identität und an einem Zentrum. Dieses könne man am Breedlandweg bauen, wo heute eine zur Hälfte leerstehende Ladenzeile "übelsten Charme der 70er Jahre" verbreite, wie Köchig selbstkritisch einräumte. Erste Ideenskizzen, die er im Ausschuss präsentierte, sehen Abriss und Neubau des ADS-Kindergartens vor, womöglich dann mit Platz für zwei weitere Gruppen, ein Mitgliedertreff und das Mieterbüro der Neuen Lübecker, eine Freiraum- und/oder Aktionszone und im Innenbereich dahinter drei neue Stadthäuser mit jeweils elf Wohnungen. Der Garagenhof müsste diesen Planungen ebenfalls weichen. Mit der Sanierung und Erneuerung vorhandener Wohnblöcke am Wasserlooser Weg könne man relativ kurzfristig beginnen.

Bisher habe die Gesellschaft 7,4 Millionen Euro am Standort Flensburg investiert, rechnete Köchig vor. Die mittelfristige Planung sehe weitere Investitionen von mehr als 50 Millionen Euro bis 2015 vor. Voraussetzung sei allerdings, dass sich auf dem Hochhaus-Grundstück etwas bewege. "Wir brauchen Planungssicherheit", sagte Köchig eindringlich den Ausschussmitgliedern, die sich von den Plänen angetan zeigten.

In der Diskussion zeichnete sich neben einem Verkauf an Dritte für Gebäude des "nicht störenden Gewerbes" auch die Möglichkeit eines Ankaufs durch die Stadt ab, die dann eine Planung erstelle und einen Investor suche. Hierfür müsste noch nicht einmal der Kernhaushalt der Stadt belastet werden, erläuterte Alexandra Knak, Geschäftsführerin der Flensburger Gesellschaft für Stadterneuerung. Da der Bereich Wasserloos zum Programm "Stadtumbau West" gehöre, könne man Mittel aus diesem Programm für den Ankauf in Anspruch nehmen. Die Gespräche zwischen allen Beteiligten sollen fortgeführt werden.

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