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Flensburger Tageblatt

23. August 2017 | 05:00 Uhr

Alle Kraft für den Tourismus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Von Röm bis Sonderburg: Touristiker in Nordschleswig gründen Vermarktungs-Plattform / Schwache Anziehungskraft der Sehenswürdigkeiten

Der Versuch der nordschleswigschen Kommunen, eine gemeinsame touristische Plattform zur Vermarktung der Region zu gründen, ist nach Ansicht der Tourismus-Organisation Visit Danmark ein Schritt in die richtige Richtung.

Tatsächlich zeigen die Analysen einen Rückgang des Tourismus in Nordschleswig. Die Gründung von „Destinationsudviklung Sønderjylland“ ist der Versuch, das Versäumte nachzuholen. Der wesentlichste Beitrag für eine zukunftsträchtige Perspektive für den Tourismus in Nordschleswig ist diese Initiative. Ziel ist es, die Kräfte zu bündeln – zum Wohl des Landesteils, anstatt miteinander zu konkurrieren. Mit der Zeit soll die Bezeichnung in den geläufigeren Namen „Destination Sønderjylland“ geändert werden; vorläufig aber ist es, wie die Bezeichnung andeutet, ein Entwicklungsprojekt, dessen Partner erst noch abschätzen müssen, ob das Vorhaben auch in Zukunft tragfähig ist.

Die Arbeitsgruppe besteht aus den vier Mitarbeitern, die in den Kommunen für den Tourismus verantwortlich sind, und zeichnet auch für die Beschlüsse verantwortlich. Dem Gremium ist ein Projektsekretariat angeschlossen, das die gemeinsamen Aktivitäten koordiniert.

„Wir müssen besser darin werden, zu kommunizieren und an einem Strang zu ziehen, wenn es um Botschaft und Struktur geht. Was die Vermarktung, den Service, soziale Medien und Events betrifft, müssen wir gemeinsame Botschaften aussenden“, betont Projektleiterin Tanja M. Have. Sie glaubt fest daran, dass die gemeinsame Organisation eine gute Perspektive hat.

Bei Visit Denmark begrüßt man die Initiative „Destinationsudviklung Sønderjylland“. „Das sehen die Verantwortlichen ganz richtig. Um die Attraktivität der Region zu steigern, müssen die verschiedenen touristischen Anziehungspunkte daran arbeiten, den gemeinsamen Standort herauszustellen“, sagt der stellvertretende geschäftsführende Direktor von Visit Denmark, Lars Erik Jønsson. Seiner Meinung nach sollte man den 150. Jahrestag der Schlacht von Düppel und die dazu geplanten Übertragungen von Danmarks Radio (DR) nutzen, die höchstwahrscheinlich dazu beitragen werden, die Grenzregion in den Mittelpunkt des Interesses zu rücken.

„In dieser Hinsicht ist es wichtig, dass man das Ganze nicht einfach auf sich zukommen lässt, sondern den Startschuss der Ereignisse um 1864 für die Vermarktung der Region nutzt“, sagt Lars Erik Jønsson.

Das Entwicklungsprojekt wird zunächst mit regionaler und EU-Finanzierung gefördert. Die einzelnen Kommunen tragen jeweils mit einer kleineren Summe dazu bei. Wenn das Projekt Ende 2014 ausläuft, sollen die Kommunen die Finanzierung in Eigenregie übernehmen.

Wie wichtig eine Bündelung der touristischen Schlagkraft für Nordschleswig ist, zeigt die offizielle Liste von Visit Denmark mit den Tourismusattraktionen: Nordschleswig spielt kaum eine Rolle.

Tivoli, Bakken, Legoland, der Kopenhagener Zoo, Djurs – Dänemarks Attraktionen ziehen jährlich Millionen von Touristen ins Land. Die genannten Sehenswürdigkeiten sind die Top 5 auf der aktuellen Liste von Visit Denmark.

Attraktionen in den vier nordschleswigschen Kommunen können hingegen kaum mithalten: Sie bieten gerade gut ein Prozent der landesweiten Tourismus-Attraktionen.

Bemerkenswert ist darunter allerdings die gute Platzierung des Technikparks Danfoss Universe auf Alsen auf Rang 54; ansonsten aber findet sich nicht eine einzige Sehenswürdigkeit aus Nordschleswig unter den Top 90. Insgesamt kommt der Landesteil auf der 300 Sehenswürdigkeiten umfassenden Liste lediglich auf elf.

„Natürlich hätten wir uns über eine bessere Platzierung gefreut, müssen zugleich aber erkennen, dass viele nordschleswigsche Sehenswürdigkeiten nur schwer messbar sind“, sagt der Sonderburger Tourismuschef Karsten Justesen.

„Mehr kommerzielle Attraktionen wären durchaus wünschenswert.“ Allerdings: Es gibt bei den Besucherzahlen mehr Minus- als Plustendenzen, im Vergleich mit dem Jahr 2012. In acht Fällen musste ein Besucherrückgang hingenommen werden, so etwa für Schloss Brundlund in Apenrade.








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erstellt am 24.Feb.2014 | 12:35 Uhr

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