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Neuer Kessel in Sichtweite : „Alexandra“ hat wieder eine Zukunft

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Mannschaft des Dampfers freut sich auf die Rum-Regatta wie auf das Dampf Rundum und hofft auf Spenden. Doch vorher geht es in die Werft.

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erstellt am 20.Apr.2015 | 08:34 Uhr

Flensburg | Es war ein Schuss direkt vor den Bug, als 2013 eine einzige von 1000 Nieten im Kessel der Alexandra die Druckprobe nicht bestand. Ein Stresstest, der schlagartig die Verwundbarkeit des Technik-Denkmals aufdeckte. Die Tage des Originalkessels von 1908 sind gezählt – einen neuen hätte sich der Förderverein damals nicht leisten können, der schlimmste Fall, eine Stillegung des Dampfers lange Zeit, konnte gerade noch abgewendet werden. Zwei Jahre später sieht die Sache schon viel besser aus. „Wir brauchen nur noch rund 70000 Euro“, sagt Hafenkapitän und Alex-Vorstand Frank Petri. „Dann sollten wir auf der sicheren Seite sein.“

Frank Petri und Günter Herrmann als Sprecher des Fördervereins bauen fest auf dieses Jahr – das Jahr des Dampf Rundums. „Wo, wenn nicht da, bekommen wir mehr Aufmerksamkeit und mehr Leute?“, fragt Herrmann. Vom 10. bis 12. Juli werden wieder Zigtausende zur großen Schau der alten Dampftechnik erwartet. Der Förderverein Alexandra hofft hier den Spendensack mit Hilfe der Flensburger und auswärtigen Gäste zuzumachen. Herrmann arbeitet an einer Tombola und an einer Auktion mit allerlei Tinnef und maritimen Raritäten, die Geld in die Kasse spülen sollen. Und natürlich sind auch Spenden für den Erhalt der Letzten ihrer Art immer noch hochwillkommen.

Der Förderverein ist nach der um Haaresbreite verpassten Stilllegung in die Vollen gegangen. „Aus dem laufenden Betrieb konnten wir so eine Aufgabe nicht stemmen“, sagt Petri. Also machte man die Braut förderfähig, indem man das technische Problem in ein Sanierungspaket packte. Mittlerweile liegen Förderzusagen vom Bund über 200 000 Euro, weitere 35 000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vor, durch eigenes sparsames Wirtschaften – unter anderem wurden zwei Jahre lang die für den laufenden Betrieb vorgesehenen Mittel des Kuratoriums und der Flensburger Sparkassenstiftung gespart, eine Einzelspende in Höhe von 50  000 Euro brachte nochmals richtig Schub. Wir haben seither 154  000 Euro selbst erwirtschaftet“, sagt Petri nicht ohne Stolz. Statt das Aus für den Kessel zu fürchten, kann der Förderverein den Neubau schon in Ruhe vorbereiten.

„Weil das Schiff damals um den Kessel herumgebaut wurde, sind Ein- und Ausbau das Teuerste“, sagt Frank Petri. Bei der Gelegenheit wird die Werft dann auch einen kritischen Blick auf den Bereich unterhalb des Kesselfundaments richten – „denn da ist die letzten 107 Jahre niemand gewesen.“ Der Altkessel soll als Exponat ausgestellt und nicht etwa verschrottet werden. Flankierend werden Passagier- und Bootsdeck wieder in den Zustand des Alex-Baujahrs 1908 zurückversetzt.

Neben der Werbetätigkeit hat der Förderverein auch das Fahrtprogramm der Alexandra angepasst. Weil Unternehmen aus steuerlichen Gründen keine Charterfahrten mehr veranstalten, ist dieser Teil des Erwerbslebens der Alex völlig zusammengebrochen. Die einträglichen Fahrten – besonders im Rahmen der Kieler Woche – finden nicht mehr statt, die „Alex“ hat Kiel aus dem Programm gestrichen. Stattdessen setzt man auf Lokalkolorit. Große Hoffnungen ruhen auf zwei Petuh-Fahrten, die zu den Anlaufpunkten der Kaiserzeit – Gravenstein, Ekensund, Sandacker, Randershof, Süderhaff, Kollund, Wassersleben sogar bis nach Sonderburg führen werden. Hilke Rudolph wird auf Petuh in die Vergangenheit führen.

Auftakt für die Alex-Saison ist die Rum-Regatta am 16. Mai, vorher geht es vom 25. bis 29. April nach Kiel-Friedrichsort in die Werft.


Näheres unter www.dampfer-alexandra.de

Spendenkonto Nospa IBAN: DE 922175 0000 0088 0089 BIC: NOLADE21NOS

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