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Flensburger Tageblatt

22. Oktober 2017 | 10:31 Uhr

Albig: Seit gestern ein Superheld

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Årsmøde: Ministerpräsident als „Sydslesvig-Man“ dekoriert / Botschafter lobt Grenzregion als Antreiber für deutsch-dänische Partnerschaft

shz.de von
erstellt am 13.Jun.2016 | 14:52 Uhr

Er kam als Ministerpräsident und ging als umjubelter „Sydslesvig-Man“. Für Torsten Albig war der Besuch des Jahrestreffens der dänischen Minderheit gestern in Flensburg gefühlt wie ein Familienfest. Eberhard von Oettingen, Leiter der Årsmøde, hatte Albig das vielleicht etwas klein geratene blaue Trikothemd mit den Schleswiger Löwen statt des Superhelden-S auf der Brust überreicht. Dankeschön für eine Rede vor gut 3000 Besuchern auf dem DGF-Platz, in der Albig über das deutsch-dänische Verhältnis nur Gutes zu sagen wusste.

So gesehen, hätten die nachfolgenden Redner dieses Trikot auch bekommen müssen. Friis Arne Petersen, dänischer Botschafter in Berlin, Stephanie Lose, Regionsvorsitzende von Süddänemark und Hartmut Koschyk, Beauftragter der Bundesregierung für Minderheitenfragen. Sie alle stellten in ihren Grußworten das Besondere im deutsch-dänischen Zusammenleben heraus: wie normal doch gute Nachbarschaft geworden ist. Petersen befand ohne eine Spur von Pathos. „Das deutsch-dänische Verhältnis, das wir jetzt sehen, ist das Beste in unserer Geschichte.“ Die funktionierende Partnerschaft auf regionaler Ebene sei maßgeblich für die vertrauensvolle dänisch-deutsche Partnerschaft auf internationaler Ebene. Eine Partnerschaft, die übrigens auch eine deutsche Führungsrolle in Europa verkraftet. Sie sei Deutschland zugewachsen, weil andere Länder wie Großbritannien und Frankreich andere Themen haben, so Friis Arne Petersen, ganz Diplomat. Dänemarks Platz sieht Kopenhagens Botschafter daher ohne Bauchschmerzen im europäischen Haus. „Die EU ist ein guter Rahmen, um die vielen Fragen der Zukunft zu beantworten.“ Dass die vorbildliche Lösung der Minderheitenfrage im Grenzgebiet für die zwischenstaatlichen Beziehungen noch immer eine sehr große Rolle spielen, steht für Petersen außer Zweifel. „Dänemarks Regierung ist diese Minderheit sehr wichtig.“

Dass auch gelungene Lösungen immer noch verbessert werden können, betonte Stephanie Lose. Die Venstre-Politikerin warb für eine engere Zusammenarbeit und forderte mehr konkrete Projekte. „Die Zusammenarbeit mit der deutschen Seite hat für uns eine sehr hohe Priorität“, sagte sie.

Auch Hartmut Koschyk, der Bayer, lobte beide Minderheiten als Brückenbauer, ihr Projekt als „gelungene grenzüberschreitende Friedenspolitik auch aus europäischer Perspektive. Auf deutscher Seite sei in diesem Zusammenhang mit Aufmerksamkeit registriert worden, dass aus Kopenhagener Sicht beide Minderheiten eine wesentliche Ressource für die Stärkung des deutsch-dänischen Handels seien.

„Sydslesvig-Man“, dem Landesvater, blieb nur, auf die für das gute Verhältnis wohl wichtigste Entscheidung der letzten Jahre hinzuweisen – nämlich die Gleichstellung der Kinder an dänischen Schulen in der Landesverfassung „krisensicher“ zu verankern, nachdem Kürzungen durch die schwarz-gelbe Vorgängerregierung für erhebliche Irritationen gesorgt hatten. Zu guter Letzt fühlte sich Albig berufen, eine wunde Stelle zu versorgen. Oberbürgermeister Simon Faber (SSW), gerade von Albigs SPD-Landtagsabgeordneter Simone Lange aus dem Amt vertrieben: Albig dankte ihm für konstruktive Zusammenarbeit. Er sei sicher, der Name Fabers werde später, „wenn Simone Lange gegangen ist“, nicht in dem Zusammenhang genannt werden, er sein mal ein dänischer Oberbürgermeister in Flensburg gewesen, sondern der erste von vielen

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