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Förderbescheid für Diako flensburg : Albig: „Es ist der beste Weg“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ministerpräsident bringt Förderbescheid und lobt die Entscheidung der Krankenhausträger, sich auf bestehendem Grund zu erneuern

shz.de von
erstellt am 22.Apr.2017 | 07:38 Uhr

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat die Entscheidung der beiden konfessionellen Krankenhausträger, sich auf ihren jeweiligen Arealen zu erweitern und zu erneuern, begrüßt und sie als „den besten Weg“ bezeichnet. Es sei „der günstigste, bedeutendste und richtigste Schritt“ und kein „permanentes Rein und Raus“. Gleichzeitig kritisierte er die, die sich jetzt zu Wort melden und stattdessen den Bau eines gemeinsamen Krankenhauses fordern. „Da reden oft die Blinden von der Farbe“, so der Kieler Regierungschef, der den Kritikern zudem vorwirft, mit diesen Äußerungen bewusst kurz vor der Landtagswahl zu kommen. „Jeder redet da von einem anderen Standort. Wo soll der eigentlich sein?“, fragte Albig.

Der Ministerpräsident war in die Diako gekommen, um einen ersten Förderbescheid über 2,6 Millionen Euro für das Krankenhaus zu bringen; drei Tage zuvor hatte Sozialministerin Alheit einen Bescheid über eine Million für das Franziskus-Hospital abgeliefert. Diako-Rektor Wolfgang Boten untermauerte Albigs Aussagen mit Zahlen. Im Fall eines Neubaus zusammen mit dem Franziskus auf einem noch zu findenden Grundstück müsste die Diako – und vermutlich auch das Franziskus – 30 Jahre lange eine Umsatzrendite von zehn Prozent erwirtschaften. Dies sei erforderlich, um die Mehrkosten decken zu können, die ein kompletter Neubau kosten würde.

Bevor man den ersten Euro für einen Neubau investiere, müsste die Diako nämlich rund 60 Millionen ausgeben, um gezahlte Fördermittel für bereits realisierte Neubauten auf dem jetzigen Grundstück zurückzuzahlen und die Restwerte jüngerer Gebäude abzuschreiben. Dieser Wert sei „grob geschätzt“, so Boten gegenüber dem Tageblatt. Eine Umsatzrendite von zehn Prozent könne ein Krankenhaus wie die Diako schlicht nicht erwirtschaften, so der Rektor weiter.

Oberbürgermeisterin Simone Lange wittert gar eine „Kampagne“ von Leserbrief-Schreibern für einen gemeinsamen Neubau. „Warum wenden sich diese Menschen nicht mal an mich?“, fragte sie. Mit ihr habe niemand gesprochen. Sie kündigte am Rande der Bescheid-Übergabe eine größere Informationsveranstaltung zum Gesamtkomplex der Flensburger Krankenhaus-Planung an.

Rektor Boten erinnerte zudem daran, dass die Gespräche über einen Neubau auf eigenem Grund vor über sechs Jahren begonnen hätten. Man müsse das Zeitfenster einer Förderung jetzt nutzen. Dass das Land in der Lage sei, das Gesamtprojekt in Höhe von 128 Millionen Euro zu finanzieren, sei nur auf Grund der guten Konjunktur möglich. „Das ist das absolute Maximum“, so Boten.

Baubeginn ist frühestens 2019. Eine Planung, wie Abriss und Neubau erfolgen sollen, liegt noch nicht vor. Sicher sei, dass die Kirche der Diako an der Ecke Knuthstraße/Marienhölzungsweg und das unter Denkmalschutz stehende Haus Pniel an der Duburger Straße erhalten bleiben. Erst kürzlich errichtete Gebäudeteile würden erhalten und in den Neubau integriert. Der Großteil des Gebäudebestandes sei jedoch alt und werde abgerissen. „Wir haben den Ehrgeiz, ein optimales Krankenhaus zu bauen“, betonte der Rektor.

„Ein Neubau bei laufendem Krankenhaus-Betrieb stellt eine besondere Herausforderung“, ergänzt Martin Wilde, kaufmännischer Vorstand der Diako. Es sollen keine Bauarbeiten in unmittelbarer Nähe des laufenden Betriebes stattfinden. Die Diako mit ihren rund 1750 Mitarbeitern und 628 Betten versorgt im Jahr 25  000 stationäre und 65  000 ambulante Patienten.

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