Eingeschränkter Winterdienst : Alarmstufe Rot: TBZ rechnet mit Eis

Gefahrenstelle: Nach einer Reihe von Glatteisunfällen am Klärwerk Kielseng wurden am Mittwoch Warnschilder aufgestellt. Foto: Staudt
Gefahrenstelle: Nach einer Reihe von Glatteisunfällen am Klärwerk Kielseng wurden am Mittwoch Warnschilder aufgestellt. Foto: Staudt

Bei steigenden Temperaturen ist Eisregen zu erwarten - doch in Flensburg ist nur eingeschränkter Winterdienst möglich.

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02. Januar 2011, 03:38 Uhr

Flensburg | Am Ende wird es dann vielleicht doch noch einmal eng. Anderthalb Wochen konnte sich das Technische Betriebszentrum (TBZ) bei kalter, trockener Witterung durch die Flensburger Eiszeit lavieren und jetzt kommt es ausgerechnet zum Jahreswechsel zum Schwur: die Meteorologen prognostizieren die für eine Stadt ohne Salzreserven die schlimmste anzunehmende Wetterkapriole: Regen.
Damit sind chaotische Straßenverhältnisse vorprogrammiert. Mit nur noch 40 Tonnen Salzvorrat sind die Möglichkeiten sehr begrenzt. Dietmar Drews, Technischer Betriebsleiter beim TBZ: "Wenn jetzt bei steigenden Temperaturen Regen einsetzt, müssen wir mit Blitzeis auf der Straße rechnen. Der Regen würde sofort auf dem eiskalten Boden gefrieren, wenn er nicht sogar schon als Eisregen fällt."
Auf Gefahrenstrecken konzentrieren
Gegen eine solche Wetterentwicklung hätte Drews nur noch wenige Alternativen. Die Strategie des TBZ konzentriert sich vor diesem Hintergrund auf Flensburgs neuralgische Punkte - die Steigungen. Üblicherweise würde bei einer solchen Wetterentwicklung überall im Stadtgebiet massiv Streusalz eingesetzt. Angesichts geringer Ressourcen aber wird der Großteil der Flensburger Straßen mit Sand gestreut. Drews: "Wir werden uns dann auf Gefahrenstrecken insbesondere mit stärkerem Gefälle konzentrieren und diese rund 60 Kilometer lange Innenstadtstrecke zwei Mal mit Salz abfahren."
Und das wird es dann gewesen sein. Zu mehr reicht es nicht mehr. Die übrigen Straßen würden mit einem Sand-Salz-Gemisch abgestreut. Drews bittet die Autofahrer, sich auf diese Situation einzustellen und nur unbedingt notwendige Fahrten zu unternehmen. "Auch bei scheinbar freien Straßen müssen Autofahrer mit extremer Glätte rechnen, die tückischerweise auch nur lokal gegeben sein kann."
Räumdienst zwischen 22 und 4 Uhr nicht aktiv
Diese Erfahrungen machten am Mittwoch wenigstens drei Autofahrer in Höhe des Klärwerks auf der Straße Kielseng. Binnen kürzester Zeit hatten die sich mit ihren Fahrzeugen in die Leitplanke gedreht, verletzt wurde niemand, aber die Sachschäden waren erheblich. Das TBZ streute mehrfach und stellte zusätzlich Tempo-30-Schilder für beide Fahrtrichtungen auf.
Verwaltungssprecher Thomas Hansen wies gegenüber dem sh:z vorsorglich darauf hin, dass der Streu- und Räumdienst zwischen 22 und 4 Uhr nicht aktiv ist. Besonders Silvester-Bummler sollten sich darauf einstellen, dass Eis- und Schneebekämpfung in dieser Zeit Gefechtspause haben. Das nicht nur für Straßen, sondern auch für die Gehwege, denn natürlich seien auch Privatleute nicht verpflichtet, nachts zu räumen und zu streuen.
Mit etwas Glück könnte das TBZ schon ab Sonnabendmittag etwas zuversichtlicher in die Zukunft schauen. Betriebsleiter Dietmar Drews erwartet eine Ladung von 50 Tonnen Streusalz, die eigentlich für Donnerstag angekündigt worden war. "Wir haben angesichts der Wettersituation und der Flensburger Topographie die Dringlichkeit betont", so Drews. "Angesichts der bisherigen Erfahrungen sind wir skeptisch, aber es könnte ja auch einmal gut gehen."

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