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Wo bleibt unser Müll? : Akkus in Containern: Brandgefahr!

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Auf den drei Recyclinghöfen der Stadt gibt es immer wieder falsch befüllte Behälter / Entsorgungsfachbetriebe verarbeiten Müll weiter

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2016 | 20:00 Uhr

In Flensburg fallen jährlich 40  800 Tonnen Müll an. Das Technische Betriebszentrum (TBZ) sowie die Firma Veolia Umweltservice sollen dafür sorgen, dass dieser umweltgerecht verwertet und ordnungsgemäß entsorgt wird. In einer Serie befasst sich das Tageblatt mit dem Thema Abfallwirtschaft und informiert über die richtige Entsorgung in den dafür vorgesehenen Tonnen und Recyclinghöfen. Heute: Die Recyclinghöfe. Am Recyclinghof an der Schleswiger Straße stehen die Autos Schlange. Jeder der Fahrer hat etwas abzugeben – sei es Holz, Bauschutt, eine Mikrowelle oder Unmengen an Pappkartons. An der Pforte halten sie kurz an und erfragen bei einem der Mitarbeiter die Nummer des Containers, in die der Abfall gehört. Für Bauschutt, Bauhölzer sowie Grün- und Gartenabfälle fällt ein Entgelt an, der Rest kann so in den Containern entsorgt werden.

22 Container gibt es auf Flensburgs südlichem Recyclinghof, alle sind auf zwei Seiten hintereinander aufgestellt und durch Schilder gekennzeichnet. Da kann es doch eigentlich keine Fehlbefüllung geben. Eigentlich. Hauke Bewernick, Leiter der Recyclinghöfe, hat da andere Erfahrungen gemacht. „Einige Menschen werfen ihren Müll in Container acht, obwohl ihnen der Mitarbeiter die Nummer fünf auf die Gegenstände geschrieben hat“, führt er ein Beispiel an. Manchmal landet auch Laminat im Holzcontainer – vermutlich, um Geld zu sparen, sagt Bewernick. Gefährlich wird es, wenn die Mitarbeiter Gasflaschen in einem Container findet. Bewernick erklärt, dass das ein großes Problem sei, denn die Recyclinghöfe dürfen keine Gasflaschen annehmen. Schließlich wisse niemand, ob sie wirklich leer sind. Auch Akkus können zur Gefahr werden. „Die müssen aus Laptops und anderen elektronischen Geräten ausgebaut werden, bevor sie entsorgt werden“, erklärt Bewernick. In der Mechanisch-Biologischen Abfallverwertungsanlage (MBA) in Neumünster habe es wegen eines Lithium-Ionen-Akkus, der im Müll war, gebrannt. Bewernick weist die Bürger deshalb darauf hin, Batterien an Recyclinghöfen oder anerkannten Annahmestellen abzugeben. Das gelte auch für Glühbirnen und Energiesparlampen, die nicht in den Hausmüll gehören. Lampen und Leuchtstoffröhren müssen an der Schleswiger Straße abgegeben werden. Sind falsche Abfälle in einem Container, hat das eine kostspielige Nachsortierung zur Folge.

Die Höfe am Lornsendamm, Kauslundhof sowie an der Schleswiger Straße nehmen jährlich rund 7500 Tonnen Abfälle von den Bürgern an, die in bis zu 30 unterschiedliche Abfallfraktionen unterteilt sind. Sie sind an fünf Tagen in der Woche geöffnet. An einem Tag sind sie geschlossen, jedoch nie am selben Tag. Manchmal komme es Bewernick zufolge vor, dass jemand außerhalb der Öffnungszeiten zu einem Hof fährt und dann Sperrmüll vor die Pforte legt, anstatt an einem anderen Tag wiederzukommen. „Dann müssen die Mitarbeiter den Abfall erst wegräumen“, sagt er.

Bei einigen jungen Leuten hat er erlebt, dass sie auf den Hof fahren, vor einem Container stehen bleiben und den Mitarbeitern zurufen: „Räum’ mal aus“. Jeweils zwei Mitarbeiter sind am Lornsendamm und Kauslundhof beschäftigt, drei an der Schleswiger Straße. Etwa 8000 Menschen geben pro Jahr rund 125 Tonnen Schadstoffe beim Recyclinghof Schleswiger-Straße ab. Die Höfe sind am Wochenende stark frequentiert, „einige Straßen sind sonnabends dicht, auf Schleswiger Straße gibt es einen Rückstau“, erzählt Bewernick.

Die Sperrmüllcontainer werden alle zwei Tage geleert. Der Abfall kommt aber nicht nach Afrika, sondern wird von Entsorgungsfachbetrieben weiterverarbeitet. Elektro-Schrott und Möbelholz bleibt in Flensburg, Sperrmüll geht in die MBA nach Neumünster, Lacke werden über Remondis in Lübeck entsorgt. Um Leichtverpackungen kümmert sich Veolia Umweltservice. „Wir geben den Müll nur an Entsorger ab, die zertifiziert sind“, sagt Bewernick. Sperrmüll wird auch an der Straße vor dem Haus abgeholt, wenn die Bürger ihn beantragen. Dafür wird eine Haushaltsgrundgebühr entrichtet. Zusätzliche Kosten entstehen nicht, es sei denn, jemand hat es mit der Abholung eilig.

Thorsten Prüßmeier, Bereichsleiter Abfallwirtschaft, bedauert, dass die Menschen viel wegwerfen, das man noch gebrauchen kann. Aus diesem Grund gibt das TBZ dem „Mehrwert-Sozialkaufhaus“ noch funktionierende Geräte oder brauchbare Möbelstücke, die diese reparieren oder fachmännisch aufbereiten.

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