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Flensburger Tageblatt

23. Oktober 2017 | 10:23 Uhr

Afrika zu Besuch an der Förde

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mode und Tanz, Schmuck und Geschichten aus vielen Ländern des Kontinents beim Hoffest am Flensburger Schifffahrtsmuseum

shz.de von
erstellt am 11.Aug.2014 | 08:32 Uhr

Als die dunklen Regenwolken über Flensburg am Sonnabendnachmittag der Sonne Platz machten, konnten das Schifffahrtsmuseum und der Verein Hofkultur aufatmen. Beide wollten am Wochenende die Besucher beim afro-karibischen Hoffest im Schifffahrtsmuseum in fremde Kulturen entführen. Und mit der Sonne kamen über 700 Besucher, die sich bestens vergnügten.

Museumsdirektor Thomas Overdick hatte mithilfe gut vernetzter Afrikaner aus der Region ein vielseitiges Familien-Kulturprogramm zusammengestellt, das einen Einblick in die Kulturen des Kontinents vermittelte. Dazu gehörte beispielsweise die von Sylvie Kahns organisierte farbenfrohe Modenschau, die von Bacar Gadji aus dem Senegal mitreißend moderiert wurde. Kleine und Große sangen „Djambo Bonani“ (Wir grüßen alle Kinder) und dieser Gruß umfasste auch die Kinder aus Israel, Gaza und Flensburg mit „Moin Bonani“. Die anmutigen Models Lydia und Nicole aus Ghana präsentierten afrikanische Kleider, etwa den „Grand Boubou“, ein dreiteiliges Gewand aus Nigeria.

Zum Tanzen luden die Musiker von Bouba & Friends ein, die aus Guinea, Senegal, Chile, England und Deutschland stammen. Eine echte Weltmusik-Fusion mit entspannten und fröhlichen Salsafunk-Rhythmen, zu denen einige mutige Nordlichter sogar tanzten.

Rund um den Innenhof des Schifffahrtsmuseums gab es jede Menge Stände mit orientalischem und afrikanischem Kunsthandwerk, wie Glas- und Messingperlen aus Ghana oder Blechspielzeug aus Kenia. Aus Hamburg kam Kai Brehnke, verheiratet mit einer Ghanaerin, und präsentierte seine „made in africa collection“. Die Idee geht auf das erfolgreiche, von der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit unterstützte Projekt „Living Ghana“ zurück. Aus den Basar-Vierteln von Marrakesch und Kairo hatten El Shuruk Beduinenschmuck und kostbare Tabletts mitgebracht. Cafés und Spezialitätenstände boten Köstlichkeiten an, wie veganes Eis oder eine Reggaebox.

Neben Vorträgen der Rum-Geschäfte Johannsen und Braasch informierten Vereine über ihre Arbeit. Kinder trommelten und sangen oder ließen sich schminken. Nicht nur die Besucher, sondern auch die über 20 Kooperationspartner der Veranstalter hatten sichtbar jede Menge Freude bei diesem Fest.

Gute Laune verbreitete auch der Geschichtenerzähler und Kora-Musiker Basiro Suso aus Gambia, der in Odense einen zweiten Wohnsitz hat. Seine Kora ist ein selten gehörtes Stegharfen-Instrument. Ihm entlockte der Musiker vielerlei Stimmungen. Er wurde von Trommlern und Percussionisten begleitet und gab in seinen Liedern traditionelles Wissen weiter – ganz so, wie er es von seinem Vater von klein auf gelernt habe. Auch der ist ein Griot, eine Mischung aus Sänger, Dichter und Instrumentalist, und versteht sich als Bewahrer der Geschichte, oralen Literatur und Musik seines Volkes.

„Come on Flensburg!“ rief die in Jamaika geborene und in London lebende Sängerin Brina. Mit klaren Aussagen („We are one world“) und beeindruckender Roots-Reggae-Power gab sie Kostproben ihres starken Talents, das international Anerkennung findet. Positiv gestärkt gingen einige Gäste dann noch auf einen Absacker in die Haifischbar am Hafen gegenüber des Museums – und ließen den Tag flensburg-karibisch ausklingen.

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