zur Navigation springen
Flensburger Tageblatt

21. Oktober 2017 | 10:59 Uhr

AfD-Erfolg trübt die Europawahl-Freuden

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2014 | 15:57 Uhr

So richtig freuen mochte Sich Simone Lange nicht. Dabei hatte es die Flensburger SPD-Vorsitzende mit zwei für die Sozialdemokraten vorteilhaften Trends zu tun: Nämlich ein Anstieg in der Wählergunst. Auf allen Ebenen legten die Sozialdemokraten bei der Europawahl zu, in Flensburg ließen sie mit 32,5 Prozent der Stimmen die CDU sieben Prozentpunkte hinter sich. Dennoch war Lange nicht wohl bei dem Gesamtergebnis, und das lag an dem Einstieg der AfD in die europäische Politik. „Das befürchtete Ergebnis“, meinte sie gestern Abend. „Ich kann es mir nicht erklären. Sie sind ohne Rezepte und nur polarisierend angetreten. Ich weiß nicht, warum die AfD so häufig angewählt wurde.“ Aus dem Stand schaffte es die Alternative für Deutschland auch in Flensburg auf 6,3 Prozent. Das wird, Lange weiß es, den etablierten Parteien noch Kopfzerbrechen bereiten. Am Wahlkampf der SPD könne es kaum gelegen haben. „Wir haben versucht, Europa zu den Bürgern zu bringen.“ Auch den mit Blick auf die europäischen „Spitzenkandidaten“ erhobenen Vorwurf des Weichspüler-Wahlkampfes lässt sie nicht auf ihrem Kreisverband sitzen. „Wir haben uns sehr kritisch zum umstrittenen Freihandelsabkommen in Position gebracht.“

In absoluten Zahlen ist der Block der Konservativen immer noch der stärkste. CDU-Kreisvorsitzender Arne Rüstemeier ist dennoch unzufrieden. „Sehr bedauerlich, dass wir in allen kreisfreien Städten verloren haben.“ Dass die AfD das konservative Lager gespalten hat, glaubt er nicht. „Die AfD hat viele Nichtwähler mobilisiert“, ist er sicher. Insgesamt zeigten Ergebnis und Verlauf, dass die Europawahl besonders die städtischen Räume erreicht habe – mit innenpolitischen Themen, betont er. Die Krise in der Ukraine dürfte bei aller Dramatik für die Europäer eine gute Seite haben: „Die Ukraine war ein Grund, warum mehr Leute gesagt haben, wählen zu dürfen ist ein hohes Gut.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert