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Flensburger Tageblatt

18. Oktober 2017 | 04:19 Uhr

Historischer Hafen : Ärger mit den Pollern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vertrackte Vertragsgestaltung am Flensburger Hafen sorgt für Probleme

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2013 | 10:55 Uhr

Einerseits findet Martin Schulz den Herbst ganz schön. Der Herbst bringt die Apfelfahrt und die Apfelfahrt bringt ein bisschen Geld in die Kasse. Der Herbst bringt aber auch die ersten schweren Stürme des Jahres und das erinnert den Geschäftsführer des Museumshafens an eine Baustelle, die elementar etwas mit der Sicherheit der Museumsschiffe zu tun hat. Etliche Poller am Bohlwerk sind sanierungsbedürftig. Und das droht so zu bleiben, weil die Zuständigkeit für die Unterhaltsarbeiten ungeklärt sind.

Eigentlich sollte alles klar sein. Als der Historische Hafen als Zusammenschluss der Akteure an der Schiffbrücke an den Start ging, beanspruchte Rainer Prüß als Verantwortlicher für das dahinter stehende Konzept für die neue Einheit auch sämtliche Einnahmen, die dort erzielt werden. Das wurde aber nur zum Teil umgesetzt, ärgert sich Schulz. Die Wasserpacht der einzelnen Vereine wird nach wie vor an Stadt bzw. Stadtwerke überwiesen, die folglich für den Unterhalt der Anlagen zuständig seien. „Eine sehr unbefriedigende Situation.“ Das sagt Schulz als Geschäftsführer des Museumshafens und Mitglied des Historischen Hafens. Denn die Gesprächspartner, bei denen er überfällige Unterhaltungsarbeiten wie das Rammen neuer Poller anmahnt, reagieren zu seinem Leidwesen sehr schwerfällig. Die Stadtwerke-Tochter Hafen GmbH sei zwar durch die Konzern-Mutter Stadt Flensburg angewiesen worden, die Infrastruktur zu unterhalten, auch wenn sie defizitär ist, aber die Hafen GmbH will die Vereine an den Materialkosten beteiligen. „Das geben unsere Einnahmen nicht her. Das funktioniert nicht!“, sagt Schulz. „Es wäre sinnvoller, man würde die Pachteinnahmen auf den Historischen Hafen umleiten.

Bürgermeister Henning Brüggemann ist bei der Stadt für den Historischen Hafen zuständig. Er kennt die vertrackte Situation. „Die Vertragsgestaltung ist kompliziert“, räumt er ein. Grundsätzlich obliege die Pflicht zum Unterhalt der Hafen GmbH, die von der Stadt damit betraut worden sei. Auch er geht davon aus, dass die Vertragssituation an der Schiffbrücke nochmals auf den Prüfstand gehört. Das Martin Schulz. Einerseits. Andererseits blickt er sorgenvoll auf den Winter. Die Zeit der Stürme.

 

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